Zweifel – na und?

Zweifel sind Verräter. Sie rauben uns, was wir gewinnen können, wenn wir nur einen Versuch wagen. (William Shakespeare) • Foto by Astrid Weittenhiller

Was wäre, wenn du deine Zweifel akzeptieren könntest?

Ich wurde jahrelang von Selbstzweifeln gebeutelt und geschüttelt. Wie das Spielzeug eines Bullterriers, war ich fest in den Fängen des Zweifels.

In den Zeiten, in denen ich mich selbstsicher und gefestigt fühlte, hatte ich die Oberhand. Aber wehe, ich war schwach und erschöpft. Dann unterlag ich im Kampf mit mir selbst.

Wie ist es, wenn du zweifelst?

Es ist fast unmöglich, jemandem zu erklären, was bei starken oder zerstörerischen Zweifeln in einem passiert. Das macht es umso schlimmer. Denn dann fühlt man sich allein und unverstanden.

Wie soll dir jemand helfen, wenn du gar nicht richtig formulieren kannst, was dich so plagt. Während andere mutig ihr Ding durchziehen, gehst du einen Schritt vor und dann zwei zurück. Und du hast keine Ahnung, warum das so ist.

Vermutlich ist der Zweifel gar nicht immer da. Du hast Hochphasen, wo du überzeugt davon bist, dass du gute Ideen hast, die du auch erfolgreich umsetzen kannst. Doch dann holt dich die Realität ein. Du verstehst: Das sind alles nur falsche Hoffnungen und hochtrabende Pläne, die gar nicht klappen können. Ein kleiner Gedanke lässt das ganze Projekt platzen.

Ist das in etwa so, wie es dir geht? Oder gestattest du dir erst gar nicht, Pläne zu schmieden. Träume sind Schäume. Und du hast schon früh gelernt, dass besonders deine Ideen Wolkenschlösser sind.

Es könnte auch sein, dass du schon als Kind für deine neuen Ideen belächelt wurdest. Statt Unterstützung hast du Kritik oder Kopfschütteln bekommen. Deshalb bist du heute konsequent und stehst mit beiden Beinen fest auf dem Boden.

Aber wir können nicht aus unserer Haut heraus. Wenn wir so gebaut sind, dass wir Ideen kreieren, können wir das nicht permanent unterdrücken. Sie entstehen einfach. Dann übernimmt der Zweifel die Kontrollfunktion. Super 🙁

Es ist wie es ist

Wer mich kennt, weiß, dass ich eine wichtige Botschaft habe:

Bevor du was veränderst, akzeptiere was ist! Tweet mich

Ich vergleiche es gerne mit einer Wanderung. Wenn ich nicht weiß, wo ich stehe, kann ich keinen Kurs zu meinem neuen Ziel bestimmen.
Erst muss ich auf der Karte meinen Standort lokalisiert haben. Dann kann ich feststellen, welcher Weg mich in die gewünschte Richtung führt.

Das ist nach meiner Erfahrung auch bei jeder Veränderung so. Wenn ich ein Verhalten ändern möchte, muss ich erst den Status Quo erkennen und anerkennen.

Das bedeutet hier? Wenn du ein Zweifler bist, gehörst du einfach zu den Menschen, die häufig zweifeln. Das ist so und das ist nicht schlimm. Hauptsache, du ziehst trotzdem dein Ding durch. Wie du das schaffst, erfährst du immer wieder bei LiFEcatcher.

Lass die Vergangenheit ruhen

Schlaue Menschen versuchen gerne zu ergründen, woran etwas liegt. Ich habe auch viel Zeit dafür investiert. Heute ist mir das nicht mehr so wichtig. Ich muss nicht wissen, was für Fehler in meiner Erziehung gemacht wurden.
Ich möchte vor allem erkennen, was ich hier und heute besser machen kann. Wie kann ich mit dem, was ist und was ich habe, besser zurechtkommen.

Ich gehe in diesem Blog davon aus, dass die Zweifel nicht pathologisch* sind. Dann sind die beiden wichtigsten Ergebnisse meiner nicht wissenschaftlichen Recherchen folgende:
Starke Selbstzweifel entstehen aus:

• einem geringen Selbstwertgefühl
• übermäßiger Kritik

Wenn du mich fragst, ist das nur ein Punkt.

* Es gibt auch Krankheitsbilder, die Zweifel begünstigen. Ein Heilpraktiker oder Arzt kann dir dann helfen.

Du bist nicht dein Verhalten

Woher kommt das geringe Selbstwertgefühl in der Regel? Kein Baby denkt, dass es nicht Wert sei, gefüttert, gewickelt und lieb gehabt zu werden. Im Gegenteil: Lautstark fordert es ein, dass jemand seine Bedürfnisse befriedigt.

Irgendwann hat sich das verändert. Die Erziehung schlägt zu und du bekommst vermittelt, dass du nicht der Nabel der Welt bist. Je nach deiner Sensibilität und der Vehemenz deiner Umgebung verunsichert dich das mehr oder weniger stark. Große Zweifler wurden davon stärker erschüttert.

Sie denken, dass sie selbst falsch sind. Dabei wurde doch das Verhalten kritisiert. Diesen Unterschied bekommen wir nicht beigebracht und vielen ist er auch nicht bewusst. Dich kann jemand nerven, den du liebst. Dann wird zwar verkürzt gesagt: „Du nervst“, tatsächlich ist aber das aktuelle Verhalten gemeint. Wenn du dir diese unterschiedlichen Ebenen deutlich machst, brauchst du Kritik nicht mehr persönlich nehmen. Wie du mit Kritikern umgehen kannst findest du im Artikel über Mentoren und Kritiker.

Du bist nicht deine Vergangenheit

Grübeln bringt dich nicht weiter. Solange du Schuld und Schuldige suchst, verstrickst du dich weiterhin in deine Zweifel. Es ist einfacher gesagt als getan, aber: Lass deine Vergangenheit los. Je schneller du akzeptierst, dass du Zweifel hast, desto schneller verlieren sie ihre Macht über dich.

Anhand der Frage, wie man ein Nilpferd in den Kühlschrank bringt, habe ich das bereits von einer anderen Seite beleuchtet.

Mit der Frage nach der Ursache steckst du in der Vergangenheit fest.
Deine Vergangenheit ist ein wichtiger Teil von dir. Das ist unbestritten. Und sie bestimmt auch, wo du heute stehst. Aber sie bestimmt nicht, wo du morgen sein wirst. Sie bestimmt nicht, welchen nächsten Schritt du machst.

Du hast die Wahl! Du kannst entscheiden, ob dein Weg so wie bisher weitergeht. Oder, ob du dich neu ausrichtest.
Ich habe mal gelesen, dass innerhalb von 7 Jahren jede einzelne Zelle im Körper ersetzt wird. Ich weiß nicht, ob das stimmt. Aber ich mag die Vorstellung, dass ich heute selbst auf Zellebene ein völlig anderer Mensch bin.

Wir haben jeden Tag die Freiheit, uns neu zu entscheiden. Auch wenn dich deine Erfahrungen prägen und sie ein wertvoller Fundus für dich sind, du bist ihnen nicht ausgeliefert. Du bist nicht deine Vergangenheit.

 

Mir haben die geschilderten Erkenntnisse sehr dabei geholfen, meine nagenden Zweifel zu akzeptieren. Ich hoffe, meine Gedanken sind auch für dich eine gute Anregung.
In einem der nächsten Artikel schreibe ich weiter über Zweifel und wie du trotzdem deinen eigenen Weg gehen und Bedeutung in dein Leben bringen kannst.

Bitte schreibe mir, was du von dem Text hältst und ob du gerne mehr zum Theme Zweifel lesen möchtest. Wenn du spezielle Fragen hast, gehe ich gerne in den nächsten Artikeln darauf ein.

 

Herzlichen Dank für die Zeit, die du dir für diesen Artikel genommen hast. Und bitte denke an den Kommentar.

Ich wünsche dir einen schönen Tag und

Pflücke Deine Träume

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p style=“font-size: 1.1em;“>PS: Worauf wartest Du noch?

 

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  • […] kann sein, dass du zu den Menschen gehörst, die immer besonders kritisch mit sich selbst umgehen. Dann ist es besonders wichtig, auch deine langfristige Entwicklung zu […]

  • Natascha sagt:

    Liebe Astrid,

    zuerst sind da oft die Selbstzweifel, die ich als Perferktionist, nach einigen inneren Kämpfen überwinde…um mutig nach vorn zu gehen…und um dann „eins auf die Rübe“ zu bekommen. So folgt automatisch die Frage: Hätte ich das nicht wissen können/müssen? Nein – hätte ich nicht, denn sonst wäre ich gar nicht losgelaufen! Ich bin oft viel zu streng mit mir und erwarte von den Anderen den gleichen Ernst, Dinge anzugehen. So soll das nicht sein; und so versuche ich, eben nicht so streng mit mir zu sein und mir selbst verzeihen zu können, wenn ich meine eigenen Erwartungen nicht erfülle…ich glaube, es könnte gut sein, achtsamer und milder mit mir selbst umzugehen…

    Liebe Grüße von Natascha 🙂

    • Lifecatcher sagt:

      Hallo Natascha,
      der gemeinste Kritiker sitzt in unserem Kopf. Ganz oft sind es Stimmen aus unserer Kindheit, die sich verselbständigt haben. Ihnen können wir es niemals gut genug machen. Und jede kleine Kritik von außen, dient dann noch als Verstärkung.
      Das zu erkennen, ist ein wichtiger Schritt. Freundlich mit dir selbst umzugehen, ein weiterer. Es gibt noch einen, über den ich bald schreiben werde. Er hat was damit zu tun, die Stimme direkt anzusprechen und zum Verbündeten zu machen.
      Danke für Deinen Besuch hier und Deinen offenen Kommentar. Schön, von Dir zu lesen!
      Herzliche Grüße -Astrid

  • Marc Dillmann sagt:

    Prima Artikel! 🙂

    Wie habe ich es vor einigen Wochen spontan in einem Forum formuliert?
    „Zweifle nicht an dir, das tun bereits andere.“ 😉

    Und trotzdem findet ständig dieser Kampf zwischen grenzenlosem Selbstvertrauen und ungeheuren Selbstzweifeln statt.
    „Einerseits bin ich ja…, aber andererseits ist es ja so, dass ich…“

    • Lifecatcher sagt:

      Danke Marc! Ich hatte schon gezweifelt, ob das Thema hier jemanden interessiert 😉
      Der Satz „Zweifle nicht an dir, das tun bereits andere.“ ist großartig. Super, dass du ihn auch hier nochmal geschrieben hast.

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