Wie wir Dinge zu Ende bringen und unser Selbstvertrauen stärken

Zu Ende bringen: Etwas zu beginnen erfordert Mut. Etwas zu beenden noch mehr. Anke Maggauer-Kirsche • Design by Astrid von Weittenhiller

​Wenn du viele Dinge nicht zu Ende bringen kannst, belastet das womöglich dein Selbstvertrauen.
Hier erfährst du warum das so ist und was du ändern darfst.

Neue Projekte sind spannend. Zumindest wenn es etwas ist, was du dir selbst ausgesucht hast und was du gerne tun möchtest.

Voller Leidenschaft beginnen wir. Doch nicht immer bringen wir zu Ende, was wir tun wollten.
Und schon liegt noch eine Sache mehr auf dem “Irgendwann”-Stapel und wartet vorwurfsvoll.

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Das wäre an und für sich gar kein Problem, solange du genügend Platz hast und sich weder du selbst noch sonst jemand davon gestört fühlt.
Außer wenn dein Selbstvertrauen darunter leidet.

Es gibt Menschen, die sich leicht für Neues begeistern.
Zum Beispiel Leute wie ich, die sogenannte Scanner sind.
Das sind vielseitig interessierte, die bei Themen lieber in die Breite statt in die Tiefe gehen.

Den Begriff Scanner hat sich meine Ausbilderin, die Bestseller-Autorin Barbara Sher, bereits 1994 ausgedacht:
Ein Überblick (to scan = überfliegen) reicht uns oft schon aus.

Wenn dein Selbstvertrauen leidet

Begeisterungsfähigkeit, Neugierde, Mut für Neues - das sind im Grunde tolle Eigenschaften.

Mir fällt jedoch immer wieder auf, wie viele Scanner unnötig unter einem angeknacksten Selbstvertrauen leiden.

Ein Grund dafür ist, dass sie Dinge nicht zu Ende bringen.

Sie nehmen sich vor, etwas zu tun.
Doch dann kommt was Anderes ums Eck.
Und schon ist das Ganze nicht mehr interessant, nicht mehr spannend genug.

Hinterher sind sie frustriert.
Schon wieder liegt eine angefangene Sache mehr rum, die auf sie wartet.
Schon wieder etwas, das sie irgendwann erledigen wollen.
Verschiebe deine Projekte nicht auf Irgendwann. • Design by Astrid von Weittenhiller

Warum die Unvollendeten schlecht fürs Selbstvertrauen sind

Selbstvertrauen bedeutet, dass man sich selbst vertrauen kann.

Dazu gehört, dass man das tut, was man sagt.
Und jedes Projekt ist ein kleines Versprechen an sich selbst: „Ich mache das.“

Damit ist jedes unvollendete Projekt ein Versprechen an uns, das wir noch nicht eingelöst haben.

Kennst du die enttäuschten Blicke von Kindern, wenn sich die Großen wieder keine Zeit nehmen? Wenn sie wieder kein Eis essen gehen, obwohl sie es versprochen haben?

Dieses enttäuschte Gefühl entsteht auch in Erwachsenen, wenn wir uns selbst nicht an unser Wort halten.

​Wie kommst man schnell zu einem schlechtes Gewissen?
Durch unvollendete Themen, mit denen man immer wieder konfrontiert wird.

Das betrifft auch unvollendete Projekte.

Halte dein Wort

Mit der Zeit gehen wir davon aus, dass wir unsere Versprechen eh nicht erfüllen. Wir halten uns für jemanden, der Dinge nicht erledigt – unzuverlässig, unberechenbar.

Wir verändern wie wir uns selbst sehen.
Wir verändern unsere Identität.

Statt: „Ich bin jemand, auf den ich mich verlassen kann.“
heißt es dann:
„Ich bin jemand, der Dinge nicht zu Ende bringt.“

So beginnen wir schon zweifelnd mit neuen Projekten.
Werden wir es dieses Mal schaffen?

Und schließlich wächst, die Überzeugung, dass wir niemals etwas zu Ende bringen.
Und es schleicht sich ein Gefühl des Versagens ein.

Lassen wir es bitte nicht so weit kommen!

Zu Ende bringen: Wir sind verantwortlich für das, was wir tun, aber auch für das, was wir nicht tun. Voltaire • Design by Astrid von Weittenhiller

Es ist überhaupt nicht notwendig, dass wir uns von unseren Projekten runterziehen lassen.
Wir können es leicht verhindern.

3 Wege, damit du Dinge leichter zu Ende bringen kannst

Es gibt drei gute Gelegenheiten, damit wir eine Aufgabe immer zu Ende bringen.

1. Einfach tun.

Am einfachsten ist es, wenn wir einem Plan genau folgen. Wir tun einfach, was wir tun wollten.

Wir lassen es erst gar nicht zu, dass ein Projekt ins Stocken gerät, sondern ziehen es durch.
Ohne Ablenkung. Ohne störende Gedanken zu erlauben.

Und wenn wir den Drang verspüren und doch aufgeben wollen?
Nun, zunächst lassen wir das Gefühl zu. Wir spüren bewusst den Drang.
Und wir bedanken uns dafür. Anschließend machen wir weiter wie bisher.

Disziplin und gute Planung kann jeder lernen, der sich etwas Mühe gibt und dabei Hilfe bekommt.
Es geht darum, dass wir dem Drängen in uns nicht nachgeben.
Im Life-Coaching bei mir kannst du lernen wie das geht. Hier findest du mein Angebot.

Doch was ist mit den Sachen, die jetzt schon halb fertig rumliegen?

​2. Angefangene Aufgaben zu Ende bringen.

Die zweite Gelegenheit ist, dass wir unsere Projekte doch noch abschließen.

Wir geben ihnen bewusst ein gutes Ende.
Egal wie weit wir gekommen sind, wir entscheiden uns dafür, dass sie jetzt erledigt sind.

Wie das einfach geht, habe ich bereits vor einiger Zeit in diesem Artikel beschrieben.

Heute möchte ich dir noch eine dritte Möglichkeit vorstellen.

​3. Andere Planung zu Beginn.

Noch besser ist es, wenn wir es erst gar nicht so weit kommen lassen.
Noch besser ist es, wenn wir unsere Projekte anders planen.

​Was ist das Ziel?

Der Wunsch vieler Scanner ist, dass sie Neues lernen. Dabei vergessen sie jedoch, dass Lernen ganz unterschiedliche Ebenen hat.

Die zentrale Frage ist:

Was ist wirklich dein Ziel?

  • Willst du eine fertige Decke haben oder genügt es dir, dass du weißt wie man einen Quilt näht?
  • Willst du fließend Spanisch sprechen oder genügt es, wenn es für den Urlaub reicht?
  • Willst du selbst deinen Regenrock nähen können oder genügt das Wissen, was beim Kauf wichtig ist?

Musst du alles selbst wissen?
Musst du alles perfekt können?

Kläre, was dir wirklich wichtig ist.
Überlege dir die MINDEST-Anforderung an dein Projekt.

​Woran erkennst du das Ende?

Besser geht immer. Aber besonders Scannern reicht oft schon ein Mindestmaß an Wissen und Können.
Dann darf das Projekt als erledigt gelten.

Bitte denke daran:

Es ist dein Projekt. Es sind deine Regeln!

Immer wieder bemerke ich bei meinen Kunden das gleiche Thema:
Das Ziel der Projekte ist selten klar definiert.

Sie fangen einfach an. Das ist toll.
Doch sie wissen nicht, wann sie fertig sind.
Und sie wissen nicht, woran sie erkennen, dass sie fertig sind.

​Nur du bestimmst, wann eine Sache für dich zu Ende ist.

​Tweet mich

​Was ist hier das MVP?

Starte deine neuen Aufgaben mit dem Ende im Sinn.
Wann ist der frühste Zeitpunkt, damit du denkst: “Das reicht”?

Und wenn du dir dazu noch überlegst, wie du dich während deiner Arbeit daran fühlen möchtest, ist das ein Booster für dein Selbstvertrauen.

Was das bedeutet habe ich hier beschrieben:

In Unternehmen gibt es das MVP, das "Minimal Viable Product”.
Das ist die abgespeckteste Variante eines Produkts. Es kann schon auf den Markt, aber viel mehr auch nicht.

Für uns könnte MVP aber auch was anderes bedeuten: Minimal Viable Project.
Das kleinste überlebensfähige Projekt. Das Projekt, das dir gibt, was du wirklich willst. Aber eben nicht mehr.

Überlege dir, was für dich bei dieser Sache das MVP ist.

Zu Ende bringen: Das Ende ist für jeden woanders. • Design by Astrid von Weittenhiller

Resümee

Wenn wir uns wegen unerledigter Projekte schlecht fühlen, kratzt das mit der Zeit an unserem Selbstvertrauen.

Irgendwann halten wir uns für jemanden, der nichts zu Ende bringt. Auch wenn das objektiv gar nicht stimmt.
Doch der Berg an Aufgaben, die wir irgendwann zu Ende bringen wollen, verzerrt unser Selbstbild.

Wir können an drei Punkten was verändern:

  • ​1. Während des Projekts

Wir lassen uns nicht beirren, lernen Disziplin und gute Planung. Und wir geben unserem Drang nicht nach. Wir stürzen uns nicht auf neue Projekte und bleiben an dem dran, was wir angefangen haben.

  • ​2. Am gewählten Ende

Wenn viele Aufgaben schon angefangen rumliegen, können wir ihnen bewusst einen guten Abschluss schenken. Wir entscheiden uns dafür, dass sie jetzt zu Ende sind.

  • ​3. Zu Beginn der Aufgabe

Wir überlegen uns schon von Anfang an, was das MVP, das Minimal Viable Project, sein könnte. Wir legen den frühsten Zeitpunkt fest, an dem es für uns genug ist. Dann hören wir auf oder bestimmen bewusst die Fortsetzung als neues Projekt.

​Neue Projekte machen Spaß. Und ja, da ist ein Zauber.
Lassen wir nicht zu, dass sie zum Stress für uns werden. Geben wir ihnen ein gutes Ende, indem wir sie überschaubar halten. Am Anfang, mittendrinnen und am Schluss.


Jetzt bist du dran:

  • ​Hast du viele angefangene Projekte rumliegen? Stören sie dich?
  • ​Und was machst du, damit du sie aus den Füßen bekommst?

Schreibe einen Kommentar und erzähle uns bitte von deinen Erfahrungen.

 
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Astrid von Weittenhiller
Life-Coach für AbenteuerInnen

 

 

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