Drei Schritte, wenn Zukunftsangst dich lähmt

Zukunftsangst: Wer die Zukunft fürchtet, verdirbt sich die Gegenwart. Lothar Schmidt • Design by Astrid von Weittenhiller

Was tust du, wenn dich die Zukunftsangst lähmt? Du möchtest dich entscheiden und schaffst es einfach nicht?

Wenn du nach einem neuen Umgang mit deinen Ängsten suchst, bist du hier genau richtig. Ich zeige dir 3 Schritte, wie du deine Zukunftsangst überwinden kannst und einen klaren Weg für dich erkennst.

Kennst du das Gefühl von Zukunftsangst?

Ich meine keine Panikattacken.
Ich spreche von dem lähmenden Zustand, wenn du nicht weißt, was dir die Zukunft bringt. Wenn du befürchtest, dass es kein gutes Ende nimmt. Wenn du nicht weißt, was du tun sollst.

 

Vielleicht sind dir auch diese Sätze bekannt:

  • Ich müsste einfach nur über meinen Schatten springen.
  • Egal, was ich mache, ich werde niemals gut genug sein.
  • Ich muss jetzt durchhalten, damit es mir mal besser geht.
  • Ich kann mich einfach nicht entscheiden.
  • Was werden nur die anderen sagen?
  • Ich habe einen festen Plan und der darf nicht schief gehen.
  • Darüber kann ich mit niemandem reden.
  • Wenn ich das tue, dann bin ich draußen.

 

Meistens kommt die Angst, weil es dir um etwas geht, das dir wichtig ist. Deine heutigen Entscheidungen bestimmen, wie dein Leben morgen sein wird. Und es gibt keine zuverlässige Möglichkeit, die Zukunft vorher zu sagen. Verflixte Glaskugel.

Die Zukunft ist ungewiss.

Das kann schon Angst machen. Unsichere Situationen, mögliche Veränderungen und riskante Entscheidungen türmen sich zu scheinbar unüberwindlichen Situationen auf.

Suchst du nach einer Lösung? Dann geh mit mir die folgenden drei Schritte.

1. Sprich deine Ängste laut aus

Beim ersten Schritt bringst du die Zukunftsangst raus aus deinem Körper.

Das Problem ist, dass Ängste gerne wie Geister in uns spuken. Wir bekommen sie schlecht zu fassen. Sie tun genau ihren Job und machen uns Angst. Sie wollen uns warnen.

Die Lösung ist, dass wir sie erkennen und benennen können. Und dazu müssen wir sie ansehen.

Oft genügt schon, dass du laut aussprichst, was du empfindest. Sag, was dir Angst macht. Erzähle dir von deinen schlimmsten Befürchtungen, deinem Worst-Case Szenario. Beschreibe so gut du kannst, was in dir vor geht und was alles passieren wird. Bei schwierigen Entscheidungen kannst du jede Möglichkeit einzeln durchspielen.

Wenn man sich seine Angst eingesteht, ist sie oft nur noch halb so schlimm.

Es braucht ein klein wenig Mut. Bisher warst du im Fluchtmodus.
Mit dem ersten Schritt bleibst du stehen, drehst dich um und schaust deine Angst an. Und du sprichst laut aus, was du siehst. Den ganzen Schrecken, die Qual, die Ungewissheit, die düstere Zukunft.

Um mehr geht es zunächst gar nicht. Sag dir nur, was ist und was du befürchtest.
Übrigens, tu dir einen Gefallen und höre dir auch zu. Das ist nicht nur eine Frage der Höflichkeit, sondern auch wichtiger Teil des Prozesses.

Erst durch aktives Zuhören erkennen wir, was es wirklich mit unseren Ängsten auf sich hat.

Die Gefahr vom Aufschreiben

Oft empfehle ich, seine inneren Dialoge und Gefühle aufzuschreiben. Besonders bei einer starken Emotion wie Zukunftsangst dachte ich früher, dass Schreiben wirkungsvoller wäre.

Tatsächlich ist beides gleich empfehlenswert. Das gesprochene Wort ist für die meisten völlig ausreichend. Probiere bitte aus, was für dich funktioniert.

Solltest du deine Ängste notieren, überlege dir gut, was du mit dem Text anstellst. Ich habe schon erlebt, dass Leute ihre Notizen immer wieder raus gekramt und durchgelesen haben.

Dummerweise konnten sie so keine Distanz bekommen. Sie haben sich immer wieder in ihre Ängste rein gefühlt. Was ist noch da? Hat sich schon was verändert?

Damit haben sie ihre Zukunftsangst nicht nur am Leben gehalten, sondern sogar gestärkt.

Wenn du dir Notizen machst, finde einen Weg, inneren Abstand davon zu behalten. Das kann sein, dass du den Zettel feierlich verbrennst (und die Ängste damit in Luft auflöst).

Es kann auch sein, dass du dir ein Datum notierst. Frühestens dann darfst du wieder lesen, was du geschrieben hast (bitte nicht innerhalb der nächsten 1-2 Monate).
Finde deinen Weg. Du kennst dich selbst am besten.

Zukunftsangst: Mit Schweigen ist im Unglück nichts getan. Euripides  • Design by Astrid von Weittenhiller

 

Nun weißt du, wie sich deine Zukunftsangst zeigt. Du hast den Geist am Kragen gepackt und hast ihn dir in Ruhe angeschaut.

Diese diffusen Ängste müssen wir überwinden. Wenn wir das nicht hinkriegen, dann paralysiert uns eine Zukunft, die noch gar nicht stattgefunden hat.
– Frank Schätzing –

 

Bist du bereit für den zweiten Schritt? Der beginnt mit ein klein wenig Theorie.

2. Erkenne das Gefühl hinter der Zukunftsangst

Bei Barbara Sher habe ich gelernt, dass es 4 Hauptgruppen von Gefühlen gibt: Schmerz, Wut, Freude und eben Angst.

Dabei spielt Angst eine besondere Bedeutung. Sie ist in der Regel die Angst vor einem der anderen drei Gefühlsgruppen.

Manchmal ist die deutsche Sprache super präzise. In diesem Fall durch die Unterscheidung zwischen Furcht und Angst. Furcht ist die Angst vor etwas Diffusem, Unbestimmten. Dagegen ist bei Angst immer etwas Konkretes gemeint: Die Angst vor etwas.

‚Die Angst vor etwas‘ bedeutet nicht nur, Angst vor einer bestimmten Sache oder Situation. Für unsere drei Schritte ist etwas anderes wichtig.

Welches Gefühl möchtest du vermeiden?

Vor welcher der drei anderen Gefühlsgruppen hast du Angst? Was möchtest du vermeiden?

♦ Ist es Wut, Ärger, Ekel, Langeweile, Neid?
♦ Ist es Schmerz, Trauer, Beleidigtsein, Überforderung, Einsamkeit?
♦ Ist es Freude, Neugier, Stolz, Selbstvertrauen, Begeisterung?
(Ja, Angst vor Freude ist gar nicht so selten. Es könnte ja was Schlimmes passieren, wenn du dich freust.)
♦ Auch Angst selbst hat viele Facetten wie Scham, Reue, Erschöpfung und Unsicherheit.
(Das nur zur Vollständigkeit. Du weißt ja schon, dass es um Zukunftsangst geht.)

Was steckt hinter deiner Angst?

 

 

 

Das Bild zeigt die Zuordnung von ein paar weiteren Gefühlen.
Zum Vergrößern klicke bitte darauf.

 

Ein Beispiel:

Neulich sprach ich mit einer Frau, die seit langem Probleme mit ihrem Partner hat.
Sie befürchtet, dass sie sich von ihm trennen muss. Sie befürchtet, dass das der einzige Ausweg für sie ist. Doch nur der Gedanke daran ist erschreckend.

Wir haben lange miteinander geredet. Und dabei hat sie festgestellt, warum sie sich nicht mal traut, ernsthaft über eine Trennung nachzudenken. Bei jedem Versuch war sie völlig blockiert vor Angst. Das hatte zur Folge, dass sie auch keine Gedanken über eine andere Lösung machen konnte.

Von Tag zu Tag wurde es schlimmer und sie unglücklicher.

Das Gefühl hinter ihrer Zukunftsangst: Einsamkeit.
Es war die Vorstellung, nach einer Trennung ganz alleine zu sein. Sie hatte davor lange keinen Partner und befürchtete, dass sie niemals mehr einen passenden Mann finden würde. In ihrer schlimmsten Vision sah sie eine verbitterte, einsame und unzufriedene Frau.

Es hätte auch sein können, dass sie sich nach Liebe sehnt und gleichzeitig Angst davor hat. Das passiert leicht, wenn jemand im tiefsten Inneren denkt, dass ihr Liebe nicht zusteht.

Zukuntsangst: Wird Sehnsucht größer als Angst, so wird Mut geboren. • Design by Astrid von Weittenhiller

 

Womöglich kannst du das dahinter liegende Gefühl nicht so klar benennen. Nutze einfach das, was da ist. Falls du mehrere Gefühle findest, kannst du mit der Skalen-Frage herausfinden, welches am stärksten ist. Oder du machst mit allen Gefühlen weiter, die sich zeigen.

Wenn du weißt, um was es dir wirklich geht, ist der dritte Schritt ganz leicht.

3. Der Realitäts-Check

Nach so vielen Gefühlen ist nun der richtige – und sinnvoller Weise früheste – Zeitpunkt, dein Hirn einzuschalten.

Es ist wichtig, dass du nicht zu früh realistisch wirst. Unseren Gefühlen ist es nämlich ziemlich egal, was wir uns so überlegen. Solange sie nicht ausreichend beachtet werden, haben sie die Oberhand.

Doch mit den Schritten 1 und 2 haben wir sie besänftigt.

Dein Unterbewusstsein (oder was auch immer) weiß:
Du beachtest es.

Du hast hin-gesehen, hin-gehört, hin-gefühlt.

Du hast die Warnung vernommen, du weißt, was alles Schlimmes passieren könnte.

Für den dritten Schritt betrachten wir wieder das Worst Case Szenario. Doch wir suchen keine Lösung für die Zukunftsangst, sondern für das Gefühl oder die Gefühle, die dahinter stehen.

Die Angst hat uns gewarnt und uns aufmerksam gemacht. Damit ist ihr Job erledigt.
Jetzt geht es um die treibende Kraft dahinter. Dazu empfehle ich folgende Maßnahmen:

  • Prüfen
  • Vergleichen
  • Ideen entwickeln

Was bedeuten diese Punkte?

Prüfen

Du kennst deine Zukunftsangst und was dahinter steckt. Du weißt, wovor sie dich warnen wollen. Doch nicht alle unsere schwärzesten Visionen werden wahr.

Im Gegenteil. Das meiste davon wird niemals eintreffen. Einfach, weil die Wahrscheinlichkeit super gering ist. Deine Erfahrung lehrt dich, dass das Schreckensbild in vielen Fällen unrealistisch ist. Daher schau dir genau an, wovor du dich fürchtest.

Prüfe, wie glaubhaft diese Zukunft ist.

Vergleichen

Egal wie alt du bist, du hast inzwischen schon einige wertvolle Erfahrungen gemacht. Du hast Herausforderungen erlebt und gemeistert. Und du hast von anderen Menschen gehört, die Lösungen für schwierige Situationen gefunden haben.

Das ist ein reicher Fundus an Wissen, der dir zur Verfügung steht. Nutze ihn. Überlege dir, welche Strategie zu deiner speziellen Situation passt. Welche Schritte haben anderen oder dir früher schon geholfen? Kannst du das wiederholen oder anpassen?

Konzentriere dich auf deine Erfolge. Das gibt dir Kraft, Stärke und Selbstvertrauen.

Vergleiche, welche Fragestellungen zu deiner passen und finde heraus, wie die gelöst wurden.

Ideen entwickeln

Bei der bewussten Prüfung deiner Ängste hast du vermutlich festgestellt, dass ein paar Szenarien vermutlich niemals eintreten werden. Die kannst du getrost vergessen.

Doch andere Fälle sind schon realistisch. Hier ist deine Kreativität gefragt. Du hast schon überlegt, wie du ähnliche Situationen gemeistert hast. Du hast herausgefunden, wie andere damit umgehen.

Welche Möglichkeiten fallen dir ein, damit deine Zukunftsangst nicht wahr wird? Was kannst du selbst vorbeugend tun? Welche Lösung gibt es noch für dein Problem?

Suche nach Lösungen. Frage dich: Wie könnte ich das schaffen? Damit gibst du deinem Hirn den klaren Auftrag, einen Weg zu finden. Mehr dazu findest du im Artikel: Wie du dein Hirn besser für dich arbeiten lassen kannst.

Entwickle eine Idee, wer oder was dir im Fall der Fälle helfen kann.

Wachsam und offen

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. Tweet mich

Das war das Motto der Verkehrserziehungssendung ‚Der 7. Sinn‘. Und das hilft dir auch bei Zukunftsangst.

Du hast jetzt eine gute Methode, wie du mit deiner diffusen Angst umgehen kannst. Bleibe offen für neue Ideen.

Und achte auf die Warnsignale, wenn sich eine Situation zur Katastrophe entwickelt. Durch die Arbeit mit deiner Zukunftsangst bist du bestens darauf vorbereitet.

Für mich bedeutet Angst überwinden, dass ich sie zu meinem Vorteil nutze.


Hier nochmal die drei Schritte:

  1. Sprich deine Ängste laut aus und höre dir dabei aktiv zu.
  2. Erkenne die wichtigsten Gefühle hinter deiner Angst.
  3. Schalte deinen Verstand ein und starte einen Realitäts-Check:
    ⇒ Prüfe, wie wahrscheinlich deine Ängste wahr werden.
    ⇒ Vergleiche, was für Lösungen in ähnlichen Situationen funktionieren.
    ⇒ Entwickle eine Idee, wer oder was dir helfen kann.

 

Bitte beachte, das hier ist kein medizinischer Artikel.

Ich biete Lebenshilfe und beschäftige mich mit Persönlichkeitsentwicklung. Das bedeutet, die Methode ist nicht für Angstzustände oder Panikattacken geeignet. In diesem Fall rate ich dir zu professioneller Hilfe eines Arztes oder Therapeuten. Gehe in diesem Fall bitte kein Risiko ein. Dazu bist du zu wertvoll.

 

Jetzt bist du dran:

Was tust du, wenn dich mal Zukunftsängste überfallen? Was für Tipps hast du für uns?
Schreibe einen Kommentar und erzähle von deinen Erfahrungen.

 

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Astrid von Weittenhiller
Life-Coach für Abenteuerinnen

 

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  • Claudia sagt:

    Was für ein toller Artikel, ein großes Danke dafür Astrid!

    • Astrid von Weittenhiller sagt:

      Vielen Dank, liebe Claudia. Ich freue mich, dass der Artikel dich berührt. Herzliche Grüße -Astrid

  • NaturMensch DIGITAL | Zukunftsangst - NaturMensch DIGITAL sagt:

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