Neulich sagte ein Bekannte ziemlich vorwurfsvoll, dass sie von mir noch immer keinen Newsletter erhalten habe.

Sie hätte sich angemeldet, aber außer der Bestätigung noch nichts bekommen. Von einem anderen Blog seien schon einige Mails eingetroffen.

Ich fühlte mich angegriffen, denn ihre Anmeldung war erst ein paar Tage her. Ich sagte ihr, dass meine Newsletter nur zweimal im Monat kommen. Ich möchte meine Leser nicht zumailen.
Und doch hat mich der aggressive Vorwurf nachhaltig beschäftigt.

Versteckte Vorwürfe

Was tun mit Vorwürfen?

Diese Begebenheit ist für mich ein guter Anlass, meine Strategie zu überdenken.
Wenn dir jemand versteckt oder offen Vorwürfe macht, wie kannst du dann damit umgehen?

• Schutz – Geh aus der Situation raus

Es gibt bei Vorwürfen zwei häufige Verhaltensweisen. Die eine ist selbst aggressiv zu werden und zurück zu schnauzen. Die andere ist zu schmollen und sich zurück zu ziehen.
Beide sind völlig verständlich, aber wenig hilfreich für einen selbst.

Es gibt eine weitere Möglichkeit. Gehe aus der Situation raus. Lenke vom Thema ab und sprich von was ganz anderem. Oder gib dem anderen bedingt recht und sage, dass du darüber nachdenkst.
Sinnvoll ist es, dich jetzt nicht auf ein emotionales Tauziehen einzulassen. Verlasse körperlich oder wenigstens gefühlsmäßig die Situation.

 

• Hygiene – Lass die Emotionen zu

Wenn du später alleine bist oder dich nur vertraute, wohlwollende Menschen umgeben, lass die Emotionen raus. Entweder du schimpfst leidenschaftlich oder du lässt dich bemitleiden. Was immer dir gut tut ist jetzt richtig.
Du hast ein Paket an den Kopf geworfen bekommen, das du weder bestellt hast noch haben wolltest. Das gibst du jetzt wieder zurück.
Return to sender – Sendung unerwünscht!

Ich habe schon oft darüber diskutiert und philosophiert, ob das schlecht für sein Karma ist. Mein Resümee ist, dass du sehr wohl auf die Taten eines Menschen schimpfen darfst. Das ist dann eine Form von Hygiene. Solange du im Hinterkopf hast, dass jeder aus einem guten Grund handelt und der Mensch selbst trotzdem wertvoll ist, sehe ich kein Problem. Für mich gibt es einen Unterschied, ob ich sage, xy ist ein Depp oder xy hat sich doof verhalten.

Gewitter ist Regen, der sich heftig aufregt. • Design by Astrid von Weittenhiller

 

• Verstand – Trenne Spreu vom Weizen

Aber du bist ja schlau. Du weißt, dass jede Kritik auch einen Kern enthalten kann, der dir nutzt. Jetzt wo du deinen Emotionen freien Lauf gelassen hast, kannst du die Aussage aus einer Vogelperspektive anschauen.

Gibt es einen Krümel, einen kleinen Funken Wahrheit, der vielleicht berechtigt ist? Kein Mensch braucht das erfahren!
Hauptsache du setzt jetzt deinen Verstand ein und bist dir selbst gegenüber ehrlich. Es ist nicht schlimm, Fehler zu machen. Perfekt ist langweilig und wir sind doch hier, um zu lernen, oder?
Wir sind wie Diamanten, die erst durch einen Schliff zu ihrer vollen Schönheit gelangen. Und das Gute ist, du kannst selbst bestimmen, an welchen Facetten gearbeitet wird!

• Verhalten – Verändere, was du besser machen magst

Du hast jetzt ein Feed-Back, mit dem du was anfangen kannst.
Es liegt an dir, was du davon verwenden willst. Verändere deine bisherige Verhaltensweise so wie es gut für dich ist. In dem Artikel Mentor&Miesmacher findest du dazu noch weitere Hinweise.

Behalte das, was gut funktioniert und sich bewährt hat. Du bist diejenige, die entscheidet wie dein Weg aussieht, was deine Art ist. Nicht alles, was andere gut finden und für sie stimmig ist, passt zu dir.

 

• Optional – Überlege dir Argumente für das, was du beibehalten möchtest

Es gibt auch Kritik bzw. Teile davon, die du nicht verwenden willst. Es kann für dich leichter sein, wenn du dir überlegst, warum du diese Punkte nicht verändern magst. Falls nochmal Kritik in diese Richtung kommt, kannst du locker und gelassen reagieren. Du bist dann gut vorbereitet.
Aber das ist wirklich nur für dich. Du kannst damit innere Sicherheit bekommen. Es ist keine Rechtfertigung!

Ich finde folgenden Spruch sehr nützlich:

„Don’t explain!
Your friends do not need it and
your enemies won’t believe you.“
(Du brauchst dich nicht zu erklären. Deine Freunde brauchen es nicht und deine Feinde glauben dir nicht.)

Don't explain! 😉 Tweet mich

Warum empfehle ich zuerst aus der Situation rauszugehen?

Vielleicht fragst du dich, warum ich den ersten Schritt für so wichtig halte.
Aussagen, die du als Vorwurf empfindest und dich beschäftigen, bringen oft frühere Emotionen hoch. Die vermischen sich dann leicht mit der aktuellen Situation. So kommt es noch leichter zu einem Verhalten, das du vielleicht gar nicht möchtest. Du kannst dich ganz einfach davor schützen, indem du dich nicht gleichzeitig mit der aktuellen Situation und dem Päckchen aus früheren Tagen abkämpfst.

 

Mein Resümee

Und was habe ich für mich mitgenommen?

1. Die Idee für diesen Artikel 🙂

2. Ich werde in der Anmeldebestätigung darauf hinweisen, wann man mit Mails rechnen kann.

3. Es gibt eine Blitzumfrage, wie häufig du gerne Mails von mir haben möchtest.
Bitte klicke auf diesen Link und mache mit!


 

Herzlichen Dank für deine Geduld und wie immer auch für deine Zeit.
Bitte unterstütze mich und mach bei der Umfrage mit!

Ich möchte sehr gern mehr über deine Interessen wissen.
Bitte schreibe mir, was dich bewegt, was du gerne wissen möchtest, aber auch Lob&Kritik.

Ich wünsche dir einen schönen Tag und

Pflücke Deine Träume

PS: Worauf wartest Du noch?

Titelfoto: Gewitterstimmung von David Karich @ Pixabay.com

​Über Astrid von Weittenhiller

Astrid arbeitet online als Life-Coach. Dabei zeigt sie Frauen, die ihren Mutter-Wunsch aufgeben, wie sie ihre Beziehung zu sich und anderen verbessern. So finden sie inneren Frieden und erschaffen sich ein erfülltes Leben. Privat findest du Astrid oft draußen beim Wandern, Trekking oder Spazieren.

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  • Äh hm, ich muss noch ergänzen, dass ich so reflektiert oft nicht sofort reagiere. Ich kenne auch das sich erstmal beleidigt Zurückziehen. 😉 Doch wenn man mit dem andern wieder zusammen kommen will, führt kein Weg daran vorbei, hinter den aggressiven und abwertenden Bemerkungen anderer deren unausgesprochene Bedürfnisse zu hören und diese zu Tage zu fördern, indem man sie selbst formuliert.
    Bei dem Beispiel deiner Freundin war das noch relativ einfach zu erkennen. Ich übe das in meinen Seminaren unter der Überschrift „Du-Botschaften entschärfen“. Wenn die Teilnehmer erst einmal ein bisschen ein Gefühl dafür gekriegt haben, wie das geht, sind sie in der Regel sehr begeistert und meinen, das war eines der wichtigsten Erkenntnisse aus dem Kurs.

    • Liebe Karin, das macht mich jetzt richtig neugierig. Hoffentlich schreibst du wirklich bald einen Artikel dazu.
      Du-Botschaften erkennen und entschärfen wäre auch ein toller Gastbeitrag hier…

  • Liebe Astrid,
    du sprichst hier ein sehr wichtiges Thema an. Was mache ich in einer Situation, in der mir jemand Vorwürfe macht. Die ersten beiden Wege – aggressiv zurückgeben oder sich beleidigt zurückziehen – kennen wir alle.
    Der dritte Weg, den du beschreibst:
    „Es gibt eine weitere Möglichkeit. Gehe aus der Situation raus. Lenke vom Thema ab und sprich von was ganz anderem. Oder gib dem anderen bedingt recht und sage, dass du darüber nachdenkst. – Sinnvoll ist es, dich jetzt nicht auf ein emotionales Tauziehen einzulassen. Verlasse körperlich oder wenigstens gefühlsmäßig die Situation.“
    ist für mich eigentlich der vierte, nämlich wenn ich den anderen gar nicht erreichen kann und mit meinen Emotionen allein klarkommen muss.
    Bevor ich darauf nochmal zurückkomme, will ich noch beschreiben, was für mich der dritte Weg ist, nämlich einfühlsame klare Kommunikation. Du könntest z.B. sagen:
    „Ah, ich verstehe. Nachdem du die Anmeldung abgeschickt hast, hast du dir gewünscht, bald Post von mir zu bekommen und bist etwas enttäuscht, dass so lange nichts kam. Gut zu wissen, dass du öfter was von mir lesen möchtest.“ – Das ist jetzt der Teil, wo du einfühlsam hingehört und das ausgedrückt hast. Anschließend könntest du was sagen, wieso du es so machst wie du es machst: „Bisher versende ich nur alle zwei Wochen einen Newsletter. Doch ich werde mal eine Umfrage machen…“

    Wir haben also auch bei Vorwürfen immer die Möglichkeit, einfühlsam und selbstbewusst damit umzugehen. Ja, sicher, das erfordert die Fähigkeit, innerlich etwas auf Abstand zur Aggression des anderen zu gehen. Sie nicht persönlich zu nehmen. Nicht immer gelingt einem das. Da könnte ich jetzt noch so viel dazu schreiben, weil es wirklich ein zentrales Thema ist.

    Den Weg, den du als dritten beschreibst, empfehle ich, wenn trotz des Versuchs, einfühlsam und klar zu kommunizieren, vom andern nur weiter Vorwürfe kommen und du nicht weiter im Kontakt bleiben willst mit der Person. Dann brauchen wir die Fähigkeit, uns selbst Empathie zu geben und unseren Ärger irgendwie zu handeln. Da finde ich deine Tipps sehr hilfreich. Doch zuerst würde ich versuchen, im Kontakt mit dem anderen Missverständnisse zu klären. Und da braucht es viel Einfühlung und Selbstausdruck.

    • Liebe Karin,
      vielen Dank für die Ergänzung. Dein dritter Weg ist eine tolle erwachsene Reaktion und auf jeden Fall erstrebenswert. Wie du sagst, setzt sie voraus, dass man innerlich etwas auf Abstand gehen kann. Ich bin froh, dass du das ergänzt hast.

      Ich vermute jedoch, jemand, der so reflektiert reagiert, benötigt den ganzen Text nicht.
      @ alle, bitte lasst mich wissen, wenn ich mich hierin täusche!
      Herzliche Grüße -Astrid

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