Wie du ein totes Projekt erkennst

Das Leben besteht hauptsächlich darin, dass man mit dem Unvorhergesehenen fertig werden muss. John Steinbeck • Design by Astrid von Weittenhiller

Ein totes Projekt kostet unglaublich viel Kraft, Energie und Zeit. Doch woran erkennen wir, ob es sich wirklich um ein totes Projekt handelt?

Den Dakota Indianern wird nachgesagt, dass sie viel schlauer sind als die meisten heutigen Unternehmen.
Zumindest eine ihrer Weisheiten wird in vielen Projekt-Teams regelmäßig zitiert:
Wenn du merkst, dass du ein totes Pferd reitest, steig ab.

Im ersten Teil kannst du nachlesen, warum wir so lange an toten Projekten festhalten.
Jetzt geht es darum, wie du erkennst, ob du überhaupt ein totes Pferd reitest oder nicht.

Woran wir ein totes Projekt erkennen

Woran erkennen wir nun, ob wir ein totes Projekt, äh Pferd reiten.

Wir stecken also mitten in einem Projekt und es tauchen größere Schwierigkeiten auf.
Wir fühlen uns nicht mehr motiviert und begeistert.

Wie unterscheiden wir nun, ob die Sache tot ist und wir uns daran festklammern? Oder ob wir in einer Krise stecken und uns nicht durchquälen wollen?
Wir wollen nicht zu früh aufgeben, aber wir wollen auch nicht zu lange vergeblich weitermachen.

Tote Projekte stinken uns, aber riechen nicht. Tweet mich

1. Dein Pferd ist tot

Projekte sind im Grunde ganz schön zäh. Sie überleben viel mehr, als wir vermuten.
Doch zwei Fragen lassen dich ganz klar erkennen, wenn es vorbei ist.

Passt dein Projekt noch zu deinen Werten?

Projekte entwickeln manchmal ein Eigenleben. Wir halten was für eine gute Idee und verfolgen diese Richtung.
Doch mit der Zeit – besonders, wenn andere Leute daran beteiligt sind – kann das Vorhaben aus den Fugen geraten. Es entwickelt sich zu etwas, zu dem du nicht stehst.

Passt dein Projekt noch zu deinen Zielen?

Was soll hinten dabei rauskommen? Was für ein Ergebnis möchtest du haben?
Projekte neigen dazu, komplexer und komplizierter zu werden. Dadurch entstehen Wege, die so gar nicht geplant waren. Und manchmal führen diese Wege nicht mehr in die richtige Richtung. Sie führen nicht mehr zu den Zielen, die wir geplant hatten.

Wenn du nur eine dieser beiden Fragen mit Nein beantwortest, steig ab.

Vielleicht ist dein Pferd noch nicht tot, aber es ist definitiv schwer krank.

2. Dein Pferd ist nicht tot

Doch manchmal liegt es nicht am Projekt, sondern an dir.

Dein Projekt befindet sich vielleicht noch in bester Verfassung, doch du bremst den Fortschritt aus.

Du hast den Spaß verloren

Du erkennst nicht mehr den Sinn dahinter.
Die Ergebnisse bleiben aus.
Andere Interessen sind wichtiger geworden.
Und du fühlst dich ausgelaugt und erschöpft.

Du hast dich verlaufen oder verzettelt

Es ist alles zu kompliziert geworden.
Du kannst nicht mehr erkennen, wie es weitergehen soll.
Du fühlst dich verwirrt, überfordert, konzentriert.

In diesen Fällen gehe zurück zum Anfang.

Erinnere dich an deine ursprünglichen Träume. Du wolltest etwas Bestimmtes erreichen. Du hattest einen guten Grund für dieses Projekt.

Warum hattest du angefangen? Was waren deine Beweggründe?
Dein Pferd ist nicht tot, aber du bist abgestiegen.

Ein totes Projekt erkennen: Courage ist gut, aber Ausdauer ist besser. Theodor Fontane • Design by Astrid von Weittenhiller

Was du tun kannst

Damit dein Projekt nicht zum toten Pferd wird, habe ich ein paar allgemeine Tipps für dich.
Sie helfen dir, damit du deine Ziele und Werte nicht aus den Augen verlierst. Sie helfen dir aber auch, damit du dich nicht auslaugst und auf der Spur bleibst.

Das wichtigste zuerst:

Sorge für den richtigen Rahmen

Die Voraussetzung für jedes neue Vorhaben sind gute Antworten auf diese drei Fragen:

• Motivation
Warum möchte ich überhaupt mit dem Projekt beginnen?
• Gewünschtes Resultat
Was erhoffe ich mir von dem Projekt?
• Ziellinie
Wann ist das Projekt für mich zu Ende?

1. Gute Planung

Wie man ein Projekt plant, würde hier den Rahmen sprengen.
Eine erste Anregung zur Projektplanung findest du hier und hier.
Wenn du dich für die Scrum-Methode interessierst empfehle ich dieses englische Buch: Scrum: The Art of Doing Twice the Work in Half the Time

Doch vor allem im privaten Bereich verwechseln wir oft Aufgaben und Projekte.
Zum Beispiel ist den Müll rausbringen eine Aufgabe. Der Frühjahrsputz dagegen ein Projekt. Es hängt von der Anzahl der Einzelschritte, der Komplexität und der Dauer ab.

Privat stolpern wir eher in unsere Projekte als dass wir sie planen.
Werde dir schon zu Beginn klar darüber, wie dein Vorhaben ablaufen soll.

2. Ende festlegen

Projekte haben nicht nur einen Anfang und ein Ende. Sie haben auch Zwischenziele.
Möchtest du ein Buch schreiben, dann gibt es zum Beispiel den ersten Entwurf, die verschiedenen editierten Versionen, die Druckvorlage, das fertige Buch. Doch vielleicht endet damit das Projekt noch nicht. Wenn du es auch auf den Markt bringen möchtest, kommen noch weitere Teilziele dazu.

Ein Projekt kann viele unterschiedliche Enden haben. Und es hat viele Meilensteine auf dem Weg dorthin.
Gib dir bei jedem Meilenstein die Möglichkeit aus dem Projekt auszusteigen. Es ist dein Projekt. Du bestimmst, wann es zu Ende ist.

3. Pausen machen

Bitte bleibe bei deinem Projekt realistisch.
Wir verschätzen uns in der Regel wie lange wir für eine Aufgabe brauchen. Vor allem bei Dingen, die wir bisher noch nicht gemacht haben. Ohne Erfahrungswerte ist eine Planung nur schwer möglich.

Plane daher Pufferzeiten und noch wichtiger Pausen für dich ein.
Wenn wir erschöpft oder gehetzt sind, brauchen wir noch mehr Zeit. Gut ausgeruht und ohne stressigen Druck läuft’s einfach besser.

Ein totes Projekt erkennen: Das Geheimnis beim Reiten ist, weniges richtig zu tun. • Design by Astrid von Weittenhiller

4. Erfolge feiern

Es gibt viele Schulfächer, die ich vermisst habe. Eines davon wäre auf jeden Fall: Erfolge feiern.
Vielleicht war es bei dir besser, aber ich bin immer nur von einer Aufgabe zur nächsten gehetzt.
Leistungen waren selbstverständlich und nichts, was wir gefeiert hätten.

Dabei liefert das Erreichen von Teilzielen oder Meilensteinen den idealen Anlass.
Jetzt ist Zeit zum Feiern, Zeit für eine bewusste Pause und Zeit zum Überprüfen, ob wir noch auf dem richtigen Weg sind.
Es ist ein wichtiger Abschnitt. Geh da nicht einfach drüber weg.

Überlege dir schon bei deiner Planung, wie du dich für die Teilerfolge belohnst, wie du sie zelebrierst oder was du dir gönnst.
Und dann tue es auch!
Das gibt Motivation und Kraft für den nächsten Abschnitt.

5. Parallelprojekte

Ein wichtiger Punkt für den Erfolg eines Solo-Projektes ist Objektivität. Du darfst dafür sorgen, dass du dich nicht in dein Vorhaben verlierst.
Am einfachsten geht das, wenn du nicht nur an der einen wichtigen Sache arbeitest. Ein zusätzliches Spaß- oder Kreativ-Projekt verschafft dir Ausgleich, Abstand und Auftrieb, wenn es mal nicht so läuft.

Ich zum Beispiel plane als Belohnung und als Kreativ-Projekt meine nächste Wanderung. Und das macht so viel Spaß!

Für vielseitig interessierte Menschen (sogenannte Scanner) sind zwei bis maximal drei parallele Aufgaben ein guter Weg, um den inneren Druck rauszunehmen. Aber bitte nicht mehr als drei, sonst dauert es zu lange bis du Erfolge siehst.

Resümee

Mir wurde früher gesagt, dass Dinge leicht gehen müssen. Würden sie nicht leicht gehen, wären wir nicht auf dem richtigen Weg.
Heute halte ich das für Blödsinn.

Glück ist eine Überwindungsprämie.
– Jens Corssen –

Wenn wir an unsere Grenzen stoßen, fühlen wir uns nicht gut. Wir werden unsicher, zweifeln, wollen ausweichen.
Das gehört dazu. Es ist Teil des Wachstums [Wachstumsschmerzen]. Es ist der Preis, wenn wir unsere Komfortzone verlassen.
Der Gewinn ist persönliches Wachstum und die Glücksgefühle, wenn wir weitergemacht haben.

Die Kunst ist daher zu erkennen, wann ein Projekt Geschichte ist und wann du nur vor Schwierigkeiten zurückschreckst.

Es steht und fällt mit deiner eigenen Klarheit:

  • Deine Motivation
  • Die gewünschten Resultate
  • Eine definierte Ziellinie

Wenn wir dann noch im Einklang mit den Werten und Zielen sind, lebt das Pferd und wir brauchen nicht absteigen.

Daher:

Mach mal Pause.
Steig kurz ab.
Und schau nach, wie es dem Pferd geht.

Falls wir dann auf ein totes Projekt stoßen, wird es wirklich Zeit endgültig abzusteigen.
Das ist manchmal schwierig und braucht Mut und Überwindung.

Und wenn du dafür Unterstützung suchst, helfe ich dir gerne.
Wie du dich emotional von toten Projekten löst, ist Teil meines Coaching-Angebots.

Wenn du Fragen oder Anregungen hast, ich freue mich auf deinen Kommentar.

 
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Astrid von Weittenhiller
Life-Coach für AbenteuerInnen

 

 

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