Die To-do Liste gegen Stress

Stress: Es gibt Wichtigeres im Leben, als beständig dessen Geschwindigkeit zu erhöhen (Gandhi) Grenzen • Foto by Astrid Weittenhiller

Stress lass nach!
Wenn deine 5. To-do Liste auch schon einen Meter lang ist und alle anderen noch nicht abgearbeitet sind, dann muss sich was ändern. Dann ist es ein guter Zeitpunkt, mal deine eigene Strategie zu überdenken.

Es gibt gespaltene Meinungen über To-do Listen. Manche lehnen sie kategorisch ab, andere sehen sie als notwendiges Übel und wieder andere lieben sie und haben gute Ergebnisse.

Heute schreibe ich für diejenigen, die ihre To-do Liste als stressig, aber notwendig empfingen.

Erkennst du dich wieder?

  • Hast du so viel zu tun, dass du überhaupt nicht weißt, womit du zuerst anfangen sollst?
  • Reichen alle deine To-Do Listen zusammen schon von einer Wand zur anderen?
  • Bist du schon erschöpft und erledigt, wenn du nur an alle offenen Aufgaben denkst?
  • Oder tust du alles andere, nur nicht, dich um die wirklich wichtigen Punkte der langen Liste zu kümmern?

Wenn du dich in der Aufzählung wiedererkannt hast, habe ich eine Idee für dich!

4 Schritte gegen Stress

Der letzte Punkt der Liste klingt etwas nach Aufschieberitis. Dazu findest du hier einen Beitrag. Aber auch dann hilfen dir diese 4 Schritte, besser mit deinem Stress umzugehen. Lies daher erst diesen Artikel zu Ende und verzettle dich nicht.

Falls du die folgenden Schritte ausprobieren möchtest, brauchst du etwas mehr Mut, als ich üblicher Weise von dir verlangen würde. Aber der Gewinn ist auch besonders hoch.

  • du bekommst mehr Freiheit
  • du wirst wieder Herrscher über deine Zeit
  • du konzentrierst deine Kraft auf das, was dir wirklich wichtig ist
  • du fängst wieder an!

Das Kernstück der vier Schritte, das dich effektiv vor Stress und Überlastung schützt, ist deine Fähigkeit, dich zu entscheiden. Es geht darum, auch mal Nein zu sagen.
Vielleicht fällt dir das noch nicht leicht, aber mit etwas Übung klappt es immer besser!

Ist dir das deine persönliche Freiheit wert?
Falls ja, dann freue dich auf die 4 Schritte gegen Stress!

Du brauchst etwa 45 Minuten Zeit, einen Stift und ganz viel Papier. Und so funktioniert es:

1. EINE To-Do Liste

Erstelle eine einzige Liste, auf der alles – wirklich alles – steht, was du noch tun möchtest oder sollst. Suche dir all die vielen bisherigen Listen zusammen und übertrage die Punkte auf einen neuen Zettel. Und falls dir aktuell noch etwas einfällt, schreibe es gerne dazu.

Alles, was du an aktuellen Projekten, Aufgaben, Erledigungen und Besorgungen im Kopf hast, gehört auf diese eine Liste. Nimm dir dazu so viel Zeit, wie du möchtest!

2. Die 80 zu 20 Regel

Jetzt wird es spannend. Kennst du die Pareto-Regel?
Es wurde festgestellt, dass bei Projekten in 20% der Gesamtzeit bereits 80% der Ergebnisse erzielt werden. Für die restlichen 20% benötigt man dann tatsächlich 80% der Zeit.

Letztendlich sind alle Punkte auf deiner To-do Liste kleine oder große Teilprojekte. Und das Gesamtprojekt heißt Leben. Es gilt daher, den Stress aus dem Gesamtprojekt zu nehmen.
Ein radikaler Ansatz dafür ist diese Regel. Damit kannst du einfach und schnell deine Liste kürzen und dich auf die wirklich wichtigen Aufgaben kümmern.

Was heißt das konkret?
Zähle alle Aufgaben, die du notiert hast einfach durch.
Dann dividierst du die Anzahl durch 5. (Für alle, die es genau nehmen: Diese Zahl wird kaufmännisch auf die nächste natürliche Zahl gerundet 🙂 )

Damit ist auch dieser Schritt schon erledigt.

Stress ist ein Radiergummi für meine Kreativität #MarinaZuber Tweet mich

 

3. Die Auswahl

Jetzt kommt die Herausforderung.
Es kann sein, dass dich dieser Schritt zunächst wirklich noch mehr stresst. Aber nur für kurze Zeit!

Geh nun mal schnell die lange Liste durch und markiere spontan die für dich wirklich wichtigen Aufgaben bis du die errechnete Anzahl erreicht hast – nicht mehr und nicht weniger!

Warum schnell und spontan? Wenn erst dein Verstand einsetzt, denkst du vermutlich, dass alles wichtig ist. Es geht hier darum, schnell und einfach herauszufinden, was du wirklich tun möchtest. Dinge, die du dauernd vor dir her schiebst und nicht erledigst, belasten dein System. Genau die sollen ausgefiltert werden. Beschränke daher für diesen Schritt deine Zeit und gehe die Liste so schnell wie möglich durch.

Falls du dich bei einer Aufgabe nicht entscheiden kannst, ob sie wichtig ist oder nicht, lasse sie weg 😉

Puh, das ist schwierig, oder? Macht dir die Vorstellung jetzt schon große Schwierigkeiten?
Ich sitze nicht mit der Peitsche hinter dir. Du kannst doch tun, was du möchtest. Markiere, füge hinzu oder lasse weg, was sich für dich gut anfühlt.

Die Übung ist ja noch nicht zu Ende. Du hast bisher nur Punkte markiert – nichts ist verloren. Kein Stress!

4. Aus Eins mach Zwei

Nimm dir jetzt bitte zwei frische, saubere unbeschriebene Zettel.

Irgendwann-Liste

Der eine erhält die Überschrift „Irgendwann-Liste“. Hier notierst du alle Punkte, die heute keine Markierung bekommen haben.

Diese Liste kannst du dir von Zeit zu Zeit vornehmen, wenn du gerade Muse hast oder die 4 Schritte gegen Stress erneut machen möchtest.

Manche Punkte stehen vielleicht monatelang auf deiner Irgendwann-Liste, ohne dass du sie jemals erledigst. Ich habe mir angewöhnt, das Datum zu notieren, wann ich den Punkt aufgeschrieben habe. Manche der sehr alten Einträge übernehme ich nicht mehr; sie werden endgültig gestrichen. Andere bringen mich zum Lachen (Na, zum Dachbodenentrümpeln habe ich wohl nie Lust) oder erstaunen mich (Oh, das habe ich schon seit soo langer Zeit vor!) und dürfen stehen bleiben.

Mach-ich-jetzt-Liste

Die zweite Liste wird deine aktuelle „Mach-ich-jetzt-Liste“!
Hierhin kommen die Aufgaben, die du markiert hast. Diese Liste ist jetzt überschaubar und hat viel vom ursprünglichen Schrecken verloren. Stimmt‘s?

Wenn du magst, kannst du die einzelnen Aufgaben priorisieren. Oder du schreibst dir einen Termin dazu bis wann du das erledigt haben wirst. Aber bitte nur, wenn dich das nicht wieder stresst. Sonst droht Aufschieberitis und Frust.

Das war’s! Jetzt hast du eine Liste, die du wieder besser handhaben kannst. Noch ein Tipp: TU ES AUCH.
Fange wirklich mit deinen Aufgaben an. Setze dir klare Ziele, belohne dich für alles, was du geschafft hast, freue dich an jeder Aufgabe, die du durchstreichen kannst.

Bleibe dran

Ich empfehle dir, die 4 Schritte gegen Stress regelmäßig zu wiederholen. Nach und nach bekommst du ein besseres Gefühl für deine Prioritäten. Trotzdem ist es sinnvoll, dir immer wieder schriftlich bewusst zu machen, was du willst. Nichts geht verloren, aber die Ziele sind klar.

Für Scanner ist diese Übung übrigens nur bedingt geeignet. Wenn du vielseitig begabt bist, brauchst du unbedingt die Wunderwaffe – einen Kalender. Falls du dazu mehr wissen möchtest, schreibe mir bitte.

 

Herzlichen Dank für die Zeit, die du dir für das Lesen des Artikels genommen hast.
Was kannst du sofort auf die „Irgendwann-Liste“ verschieben? Welche Dinge sind schon lange nicht mehr so bedeutend für dich? Teile deine Erfahrungen mit uns als Kommentar.

Ich wünsche dir einen schönen Tag und

Pflücke Deine Träume

PS: Worauf wartest Du noch?

* Der Begriff Scanner wurde bereits 1994 von der Karriereberaterin und Life-Coach Barbara Sher eingeführt. Darunter versteht sie besonders vielseitig interessierte Menschen im Gegensatz zu Tauchern, die sich lieber auf ein wenige Gebiete konzentrieren.

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