Warum es ganz normal ist, Stimmen im Kopf zu haben und wie du dein Hirn besser für dich arbeiten lassen kannst

Stimmen im Kopf: Nichts kann einen Menschen so überraschen wie seine eigenen Gedanken (Henry David Thoreau) • Foto by Astrid von Weittenhiller

Warum es ganz normal ist, Stimmen im Kopf zu haben und wie du diese Stimmen für dich nutzen kannst: Nutze dein Hirn als erfahrenen Strategen.

Glücklich, die Menschen, in deren Kopf nur eine Stimme spricht.

Mein Kopf scheint immer wieder ziemlich überbevölkert zu sein.

Und offensichtlich geht es vielen so. Denn es gibt unzählige Übungen und Anleitungen wie man diese Stimmen für sich sortieren kann. Das geht zum Teil sogar so weit, dass andere intuitiv spüren sollen, was in einem vorgeht und diese Stimmen verkörpern.

Stimmen im Kopf

In uns tummeln sich das innere Kind, der Kritiker, die eigenen Eltern und Geschwister, die Stimme der Vernunft, der Held, der Ängstliche, ein Ratgeber und wer auch sonst noch.

Jede Emotion, jede vorstellbare oder tatsächliche Person kann sich in unserem Kopf aufhalten.
Das ist doch verrückt!

Ist es nicht. Denn unser Hirn, unser Verstand, die Ratio oder was du auch dazu sagen magst, erfüllt damit nur seinen Job. Es hinterfragt und reflektiert. Es denkt, fantasiert und spielt unzählige Möglichkeiten durch. Es spielt Avocatos Diabolus, den Advokaten des Teufels, der permanent widerspricht und kritische Einwände bringt.

Und das ist gut so. Denn das Hirn erfüllt damit eine ganze Reihe von wichtigen Aufgaben. Es bewahrt uns vor leichtsinnigen Handlungen, vor schwerwiegenden Konsequenzen und vor vermeidbaren Fehlern.

Schaf oder Hund

Allerdings lassen wir auch oft das Hirn einfach nur machen, was es will.

Wir geben ihm keinen konkreten Auftrag. Das ist so, als wenn man eine Schafsherde ohne Schäfer auf die Weide schickt. Jedes Schaf, jeder Gedanke tut was er will. Es fehlt die Richtung, der Zusammenhalt, die Orientierung.

Aber geben wir unserem Hirn eine konkrete Aufgabe, setzen wir unser Ziel als Schäfer ein, so bewegen sich alle Gedanken in eine bestimmte Richtung. Die Stimmen können konkrete Antworten geben.

Es gibt noch ein anderes Bild, das für mich hilfreich ist.

Stelle dir vor, dein Hirn wäre ein junger Hund.

Ohne deine Erziehung macht er was er will und kann ganz schön gefährlich werden.
Du darfst zunächst die Führung übernehmen und klar machen, dass du dir nicht auf der Nase herum tanzen lässt. Erst dann entsteht ein konstruktives, partnerschaftliches Verhältnis.

Die Führung übernimmst du am einfachsten, indem du deinem Hirn konkrete Fragen stellst. Gib dich nicht mehr mit wenig hilfreichen Aussagen, Vorwürfen oder Zweifeln zufrieden. Gib ihm eine bestimmte Aufgabe und füttere es selbst mit einer konkreten Fragestellung.

Dein Hirn braucht Fragen wie ein Hund sein Stöckchen Tweet mich

 

Drei der wichtigsten Aufgaben, die dein Hirn für dich lösen kann

1. Das Hirn als kreativer Problemlöser

Du möchtest etwas erreichen und hast noch keine Ahnung, wie eine Lösung aussehen könnte.

Manchmal fühlen wir uns, als ob wir direkt vor einem steilen Berg stehen würden und es keinen einzigen Weg weiter gäbe. Wenn wir nur etwas Abstand hätten, könnten wir sicher eine Lösung entdecken. Aber irgendwie stecken wir fest.

Da unser Hirn weder Zeit noch Raum kennt, ist es bestens für diese Aufgabe vorbereitet. Lass es fliegen und den Berg aus ganz unterschiedlichen Perspektiven betrachten.

Dein Hirn hat perfekten Zugang auf all deinen bewussten und unterbewussten Ebenen und sieht völlig neue Zusammenhänge. Schicke es mit der Leitfrage los und lass dich überraschen, was für Lösungen zurück kommen. Vielleicht sogar im Schlaf.

Leitfrage:
Wie kann ich mit den Mitteln, die mir gerade zur Verfügung stehen, das Problem lösen?

2. Das Hirn als Sparringspartner

Du hast ein Projekt und fragst dich, ob dein Ziel realistisch ist.

Du bist dir unsicher, ob du den richtigen Weg eingeschlagen hast oder du zweifelst, ob du an alles gedacht hast. Im englischen heißt das “zweite Gedanken“ haben. Damit erfüllt dein Hirn eine wichtige Aufgabe und überprüft, ob der aktuelle Weg auch noch richtig für dich ist.

Die Frage ist jedoch, wer letztlich das Steuer in der Hand hat.

Wenn du dein Hirn noch nicht auf deine Seite gebracht hast und es noch im Widerspruchsmodus ist, dann gehst du vermutlich unnötige Umwege oder im Zick-Zack.

Mit der Leitfrage bekommst du eine neue Form von Unterstützung und Sicherheit. Denn jetzt erfährst du endlich auch die positiven Aspekte für dein Projekt.

Leitfrage:
Warum kann mein Projekt klappen?

 

Nichts kann einen Menschen so überraschen, wie seine eigenen Gedanken. (Henry David Thoreau)

Klug ist, seine Gedanken für sich arbeiten zu lassen – und nicht gegen sich.

3. Das Hirn als Stratege

Du hast ein bestimmtes Ziel und weißt nicht, wie du es erreichen kannst.

Du weißt ganz genau, was hinten dabei heraus kommen soll. Aber du kennst noch nicht die Schritte, die dich dorthin führen sollen.

Engagiere dein Hirn als Planungsbüro und beschäftige es mit den notwendigen strategischen Überlegungen.

Dabei spielt es keine Rolle, ob du sonst gut strategisch denken kannst. Denn du wendest einen einfachen Trick an: Die Rückwärtsplanung*.

Du gehst gedanklich zum Ziel und planst vom Ergebnis her. Wenn du dir dabei immer und immer wieder die entsprechende Leitfrage stellst, gehst du automatisch in die richtige Richtung.

Leitfrage:
Was kann ich heute tun, um meinem Ziel einen Schritt näher zu kommen?

*: Möchtest du gerne mehr über die Rückwärtsplanung wissen? Hinterlasse bitte eine entsprechende Nachricht im Kommentarfeld. Ich werde dann eine ausführliche Anleitung dazu verfassen.

Fördern und Fordern

Wenn du zum ersten Mal dein Hirn auf diese Art und Weise forderst, bekommst du vielleicht ein großes Gefühl der Leere oder alle Stimmen plappern wie wild darauf los.

Beides sind Zeichen von großer Aufregung und Anspannung. Jetzt musst du ein klein wenig mutig sein und vertrauen haben.

Lass nicht locker. Stelle immer wieder deine Leitfragen.

Am besten schreibst du sie auf viele Post-It, die du überall hinhängst. Nach und nach wird sich die Aufregung in deinem Kopf beruhigen und dein Hirn wird das tun, was es am liebsten macht: über eine Lösung nachdenken.

Habe etwas Geduld und bleibe dran. Es lohnt sich wirklich!

Ein gewöhnlicher Verstand ist wie ein schlechter Jagdhund, der die Fährte eines Gedankens schnell annimmt und schnell wieder verliert. (Hugo von Hofmannsthal)

Du weißt jetzt, wie du ungewöhnlich sein kannst.

Noch ein letzter wichtiger Hinweis zum Schluss. Das verrät dir sonst niemand.

Fragst du, warum etwas nicht klappt, sucht es dafür Grunde. Genau so ist es aber auch, wenn du fragst, warum etwas klappt.

Dein Hirn möchte dich immer unterstützen und sagt stets ja zu dem, was du ihm zu tun gibst. Tweet mich

Stelle ihm daher ab heute nur noch Aufgaben, die dich unterstützen, und höre damit auf, dich mit den falschen Fragen selbst zu sabotieren.

 

Wie immer danke ich dir für deine Zeit, die du dir für das Lesen des Artikels genommen hast.
Schreibe bitte einen Kommentar! Wie forderst du dein Hirn heraus?

 

Ich wünsche dir einen schönen Tag und

 Pflücke Deine Träume

PS: Worauf wartest Du noch?  

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