Nein sagen: Der beste Trick für Anfänger ist später

Nein sagen: Der beste Trick für Anfänger ist später

Später ist ein völlig unterschätztes Wort in unserer Sprache. Besonders, wenn du Lisa ähnelst. Ihr geht es gerade nicht gut. Sie kann nicht Nein sagen. Lisa steht mit beiden Beinen mitten im Leben. Sie verdient gutes Geld und hat ein nettes Umfeld. Und doch ist sie dauern unzufrieden. Sie ist völlig angespannt und hat gar keine Zeit für sich. Sie möchte niemanden enttäuschen. Dabei hat sie das Gefühl, dass sie permanent genau die Menschen enttäuscht, die ihr wirklich wichtig sind. Dazu kommt, dass sie an sich selbst und ihrer Kompetenz zweifelt. Lisa ist eine „Überfrau„. Sie glaubt, dass sie alles schaffen muss. Sie versucht gleichzeitig die beste Mutter, Ehefrau, Kollegin und Tochter zu sein. Außerdem ist sie noch Taxi, Putzfrau, sozial engagiert und im Verein aktiv. Alle diese Rollen will sie so gut wie möglich erfüllen. Das ist doch wohl das Mindeste. Und wenn jemand eine Bitte hat, sagt sie automatisch Ja.
Ein Nein kommt ihr überhaupt nicht in den Sinn. In ihrer Vorstellung ist alles gleichzeitig machbar. Doch dadurch vergisst sie schon mal Termine. Sie hetzt von einer Aufgabe zur nächsten. Und nachts kann sie schlecht schlafen, weil es noch unglaublich viel zu tun gibt. Dadurch, dass sie für alle da ist, hat sie für keinen wirklich Zeit. Am wenigsten für sich selbst. Lisa hat nie gelernt Nein zu sagen.

Das Zauberwort.

Ich weiß, wie schwierig das sein kann. Als Überfrau kennst du so etwas schon lange. Und früher hast du schließlich mühelos alles geschafft. Allerdings gab es damals insgesamt weniger Aufgaben und Verantwortung. Im Laufe der Zeit kam immer mehr dazu – und nichts ist weggefallen. Da es lange gut geklappt hat, sind deine Erwartungen und die Erwartungen an dich gestiegen. Dabei gibt es einen Trick, der dir hilft. Allerdings brauchst du eine kleine Vorbereitung. Zunächst gilt es, deine bestehenden Aufgaben zu reduzieren. Am einfachsten geht das, wenn du eine klare Vision für deine Zukunft hast. Du brauchst Klarheit über das, was dir wichtig im Leben ist. Aber gehen wir davon aus, dass du gar nicht die aktuellen Aufgaben einschränken möchtest. Vielleicht genügt es schon, dass du keine zusätzlichen Arbeiten übernimmst. Trotzdem wird es Dinge geben, die du gerne tun magst, weil sie dich weiter bringen und andere, die dir nicht helfen. Das darf dir bewusst werden. Gut. Nehmen wir weiter an, dass du weißt, wo dein Weg hingehen soll. Was kannst du dann tun, wenn dich jemand um einen Gefallen bittet? Hier kommt das Zauberwort ins Spiel. Deine Antwort könnte sein: „Du, ich sage dir später Bescheid. Ich muss darüber nachdenken und in meinen Terminplan schauen. Ich gebe dir morgen früh Bescheid, ob es klappt.“ Freundlich und bestimmt ist die Devise. Lass dir jetzt nicht reinreden, sondern bleibe dabei. Das ist am Anfang vielleicht noch schwer. Aber es ist viel leichter als ein Nein. Wir haben genug Zeit, wenn wir sie nur richtig verwenden. #Goethe Tweet mich  

Später – und was passiert anschließend?

Druck raus nehmen.

Das beste an später ist, dass du dir damit den Druck raus nimmst. Nein sagen ist ein aktives Setzen von Grenzen.
Das kann schnell mal überfordern. Neben sozialem Druck und alten Erwartungen können forsches Auftreten oder flehende Augenaufschläge alle mühsam erbauten Mauern ruck zuck einreißen. Das verschiebst du auf später, wenn du dir sicher bist.

Deine Prioritäten checken.

Wenn du wieder alleine bist, geht's ans Prüfen. Wie gut passt die Aufgabe zu deinen Zielen und Werten.
Was bringt es dir, wenn du das tust. Das klingt jetzt ziemlich egoistisch. Aber deine Selbstlosigkeit hat dich dahin gebracht, wo du heute bist. Wenn du dein Leben ändern möchtest, darfst du auch dein Verhalten ändern. Nehmen wir an, du hast eine ganz bestimmte Aufgabe in diesem Leben, die dir wichtig ist. Willst du sie dann wirklich verschludern, weil du zu beschäftigt mit Taxi spielen warst? Es sei denn, du bist die beste Chauffeurin weit und breit und bekommst dafür genügend Anerkennung 😉 Wenn es eine Aufgabe ist, die in deinen Plan passt, kannst du jetzt „Hell Yes!“ sagen. Das könnte zum Beispiel eine freiwillige Produktrecherche sein, die deine Chefin auf dich aufmerksam macht.

Frage deinen Terminkalender.

Der letzte Schritt für deine Klarheit ist der Blick in den Terminkalender. Passt die Aufgabe noch rein?
Wenn du prüfst, ob du die Aufgabe überhaupt übernehmen kannst, plane großzügig. In der Regel dauert alles doppelt so lange, wie wir denken. Das ist bitter, entspricht jedoch der Erfahrung. Plane lieber zu großzügig als zu knapp. Und denke auch an Erholungsphasen und ungeplante Unterbrechungen. Wenn jede Minute verplant ist, geht gar nichts weiter. Das ist wie auf der Straße. Wenn Auto an Auto steht, kommt der Verkehrsfluss zum Erliegen. Und zwar, weil es nur noch rechnerisch passt. Es müssten alle gleichzeitig anfahren. Und die Wirklichkeit funktioniert anders.

Teile deine Entscheidung mit.

Bitte werde jetzt nicht schwach. Sage klar, deutlich und bestimmt, ob du die Aufgabe übernimmst oder nicht.
Du brauchst das nicht lange zu begründen. Am Anfang kann es leichter für dich sein, wenn du eine Mail schreibst oder anrufst. Erinnere dich an eine Situation, wann du einfach und überzeugt Nein gesagt hast. Wenn du mit dieser Haltung antwortest, geht es leichter.

Don't explain. Your friends don't need it and your enemies won't believe you.

(Erkläre dich nicht. Deine Freunde brauchen's nicht und deine Feinde werden dir eh nicht glauben.) Vielleicht hast du am Anfang noch ein doofes Gefühl und ein schlechtes Gewissen. Bitte denke daran, dass dein Verhalten auch eine Veränderung in deinem Umfeld bewirkt. Die wenigsten Menschen verändern sich gerne. Vor allem, wenn es unbequem wird. Daher kann durchaus Gegenwind kommen. Denke an deine Vision, deine Ziele. Das lässt dich stärker werden. Wie ein Baum mit guten Wurzeln gibt es dir Halt.

Jetzt bist du dran!

Bitte teile deine Einsichten mit uns und schreibe als Kommentar:
In welchen Bereichen fällt es dir besonders schwer, Nein zu sagen? Und wo es dir leicht? BONUS: Überlege dir eine Situation, wo du das nächste Mal üben möchtest. Es darf eine kleine ganz unwichtige Aufgabe sein, die du nicht mehr übernehmen möchtest. Was könnte das sein?


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