Warum du deine momentane Situation nicht verändern wirst

Nichts ist so erfrischend, wie ein beherzter Schritt über die eigenen Grenzen

Wenn wir unglücklich und unzufrieden sind, haben wir oft das Bedürfnis, einfach abzuhauen.
Irgendwie wollen wir aus dieser unbefriedigenden Situation fliehen. Nichts wie weg hier!

Aber die Zeit vergeht und nichts ändert sich – obwohl du es dir doch so sehr wünschst.

Warum verändert sich deine Situation denn nicht?

Wenn du länger in einer Situation feststeckst als du gerne hättest, liegt es oft daran, dass du sie im Grunde deines Herzens noch nicht verlassen möchtest.

So ein Blödsinn. Natürlich willst du da jetzt raus! Wie kann jemand so was behaupten?

Wenn du schon länger feststeckst, ist deine Realität für mich Beweis genug für diese Aussage.
Ich glaube nicht, dass wir für alles selbst verantwortlich sind, was in unserem Leben passiert. Ich weiß, dass das gerade eine sehr populäre Ansicht ist. Aber so viel Macht haben wir in meinen Augen nicht.

Wenn du dich nach einer Veränderung sehnst und es nicht schaffst, liegt es nicht daran, dass dein Wille nicht stark genug ist. Denn in uns gibt es eine andere große Kraft, die sicherstellen will, dass uns nichts Schlimmes passiert. Die Brüder Heath vergleichen diese Kraft mit einem Elefanten, Barbara Sher nennt sie Bodyguard. Wir sollen auf Kurs bleiben, sicher leben und uns vermehren. Denn das ist es, was unsere Biologie von uns verlangt: Die Arterhaltung
Und die erfordert sicheres Überleben. Das ist der Grund, warum wir oft länger in Situationen bleiben, als uns lieb ist.

Diese starke Kraft in uns steht manchmal im Widerspruch zu dem, was wir bewusst wollen.

 

Bedeutet das, dass wir unser Leben nicht ändern können?

Nein!

Es gibt eine sichere Methode, wie wir eine nachhaltige Veränderung erreichen können. Damit meine ich eine Veränderung, die nicht vom Regen in die Traufe führt. Diese Methode ist bei vielen nicht sehr beliebt. Man wird dabei nicht von einem Lotto-Gewinn oder einem weißen Ritter gerettet. Und manchmal glaubt man gar nicht, dass sich überhaupt etwas verändert. Das ist besonders für ungeduldige Menschen oft nur schwer erträglich.

 

Es ist der Weg der kleinen Schritte!

Schritt für Schritt gehen wir ein Stück in die neue Richtung. So langsam, dass der Elefant in uns Zeit hat, sich an die neue Situation zu gewöhnen. Damit verliert die Veränderung ihren Schrecken und das innere Alarmsystem schlägt nicht an.

Doch bevor du loslaufen kannst, muss dir erst einmal klar sein, wo du heute stehst.

Um meinen Kurs zu bestimmen, muss ich wissen, wo ich bin. Tweet mich

 

Das bedeutet in diesem Fall, dass du wissen musst, was an deiner aktuellen Situation gut ist:
Was ist es, dass dich festhält?

 

Nimm dir die Zeit und schreibe auf, was für Vorteile der Status Quo dir bringt.
Bitte mache diese Übung unbedingt schriftlich. Es hilft dir, deine Einstellung, deine unbewussten Bedürfnisse ans Licht zu bringen und ins Bewusstsein zu holen. Erst wenn du dir über den Ist-Zustand klar bist, kannst du ihn nachhaltig verändern.

Schreibe mindestens 10 Punkte auf. Wenn dir das leicht fällt, erweitere die Liste auf 20 oder sogar 30 Vorteile. Bleibe bitte eine Weile dran – vielleicht auch mehrere Tage und ergänze die Liste, wenn dir wieder etwas einfällt. Je länger du dich damit beschäftigst, desto mehr erkennst du, was dich in der momentanen Situation festhält. Dadurch wird es im zweiten Schritt leichter, die Ist-Situation zu verändern. Bitte beachte, dass das der zweite Schritt ist!

Fange also unbedingt mit dem ersten an und setze dich an die Liste. Wenn du deine Situation wirklich verändern willst: Am besten sofort!

Es könnte übrigens auch sein, dass du feststellst, dass du gar nichts mehr ändern möchtest. Auch das ist schon öfter vorgekommen. Wenn du schwarz auf weiß siehst, welche Vorteile du hast, brauchst du vielleicht dein Leben nur noch anzureichern, aber nicht mehr grundsätzlich neu auszurichten.

Alles ist möglich, alles ist in Ordnung! Kein Stress 🙂

 

Hier als Zusammenfassung die wichtigsten Punkte

  • Wenn du in einer Situation feststeckst, liegt es oft daran, dass du sie im Grunde Deines Herzens noch nicht verlassen möchtest.
  • Der erste Schritt deine Situation zu verändern, ist dass du dir die Vorteile des Status Quo klar machst. Es gibt etwas in dir, dass gerne den jetzigen Kurs beibehalten möchte.
  • Aufgabe: Finde mindestens 10 gute Gründen, was gut an der jetzigen Situation ist.

 

Wie immer danke ich dir für die Zeit, die du dir genommen hast, den Artikel zu lesen. Und bitte schreibe einen Kommentar über deinen Erfahrungen…

Ich wünsche dir einen schönen Tag und

Pflücke Deine Träume

PS: Worauf wartest Du noch?

 

  • much.fun sagt:

    Das heißt, wenn ich seit fünf Jahren im gleichen Job, bin, dann will ich eigentlich gar nicht, obwohl ich denke, ich will weg ? Hm.

    • Lifecatcher sagt:

      Ich glaube, dass wir erst dann etwas ändern, wenn der Stress es nicht zu tun größer ist als der Stress es zu tun. Es ist eher, dass du „eigentlich“ willst, dich aber noch was davon abhält, konkrete Schritte zu tun.

  • Ralf sagt:

    Hallo Astrid,

    sehr gut geschrieben, sehr gute Übung. Denn ich sehe das auch so – es braucht nicht immer eine radikale Veränderung. Oft ist es viel besser die Vorteile der aktuellen Situation zu sehen und dann über eventuelle (kleine) Änderungen zu vollziehen.

    Der Effekt ist sehr häufig viel besser!

    Herzliche Grüße
    Ralf

    • Lifecatcher sagt:

      Hallo Ralf,

      vielen Dank für Deinen Kommentar.

      Erstaunlicher Weise scheinen radikale Veränderungen zunächst einfacher zu sein – bis wir darauf vergessen und in die alten Muster zurück gleiten.
      Kleine Änderungen halten wir besser durch, so wie ich mit meinen täglichen Kniebeugen 🙂

      Herzliche Grüße -Astrid

  • >