Mit Lob & Anerkennung ist das so eine Sache.
Einerseits freuen wir uns drüber und gerade im Beruf motiviert es uns. Andererseits können viele Frauen gar nicht so gut damit umgehen.
Ist das jetzt wirklich so gemeint? Oder steckt irgendwas anderes dahinter …

Über den Umgang mit Kritikern habe ich bereits geschrieben. Heute betrachten wir mal die andere Seite.

Wie gehst du mit positivem Feedback um?

Versetz dich mal in die folgenden Situationen und notiere, welche Reaktion dir am ehesten entspricht:

1. Dein Chef möchte mit dir sprechen und bittet dich in sein Büro. Auf dem Weg dorthin denkst du:

  • Bestimmt bekomme ich wieder einen ganzen Berg voller zusätzlicher Aufgaben. Es ist doch immer das Gleiche. (A)
  • Oh je, jetzt hat er doch gemerkt, dass ich gar nicht so gut bin und wird mich feuern. (C)
  • Hmm, mal schauen, was er von mir möchte. Vielleicht hat er wieder neue Ideen. (B)

 

2. Du sollst zu einem Kundentermin fahren, weil du das letzte Mal so erfolgreich warst.

  • Du bist davon überzeugt, dass dein Erfolg nur Zufall war. Dieses Mal wird es sicher schief gehen. (C)
  • Du vermutest, dass sich kein anderer Dummer gefunden hat. Daher fragen sie wieder mal dich. (A)
  • Du weißt, dass jeder Kunde anders ist. Es kann also auch mal nicht klappen. Aber du gibst dein Bestes und mehr darf keiner erwarten. (B)

 

3. In der Kantine triffst du eine Teilnehmerin deines Projektteams. Sie macht dir ein Kompliment wie gut du aussiehst.

  • Du nickst freundlich und gehst dann weiter. Es ist nie gut, wenn es zu persönlich wird, wenn man zusammenarbeiten soll. (A)
  • Du freust dich, dass sie dir was Nettes sagt. Schön, auch mal von einer Frau ein Kompliment zu bekommen! (B)
  • Du wehrst verlegen ab und wechselst das Thema. (C)

 

4. Du hast eine aufwendige Präsentation vorbereitet, die dir wirklich gut gelungen ist. Aber keiner der Teilnehmer sagt etwas dazu.

  • Klar, wenn du mal was toll machst, fällt es keinem auf. Das ist doch immer so! (A)
  • Nach dem Meeting sprichst du ein paar Teilnehmer direkt darauf an und holst dir ihre Meinung ein. (B)
  • Du vermutest, dass die Präsentation doch nicht so gut ist, wie du dachtest. (C)

 

5. Ein Kunde bedankt sich am Telefon für die gute Zusammenarbeit. Besonders freut er sich, dass du immer so freundlich und kompetent bist.

  • Du meinst, das ist doch selbstverständlich, freust dich aber, dass er deine Professionalität zu schätzen weiß. (B)
  • Du wunderst dich. Das ist doch ganz normal. (C)
  • Quid pro quo. Vermutlich hat er Probleme, die du gleich lösen sollst. (A)

 

6. Ein Kollege kommt bei dir vorbei. Ganz überraschend fängt er an, deine Arbeit zu loben. Er meint, dass du das ja viel besser kannst als er.

  • Du fragst dich, was das jetzt soll. Falls er dir Arbeit aufhalsen möchte, weißt du, wie man Nein sagt. (B)
  • Du verstehst gar nicht so richtig, was er von dir will. Vielleicht macht er sich über dich lustig. (C)
  • Schon nach den ersten Sätzen ist dir klar: „Der will was von mir.“ Die einzige Frage ist, was ist es wohl dieses Mal? (A)

 

7. Im wöchentlichen Team-Meeting lobt dich dein Chef ganz ausdrücklich vor versammelter Mannschaft.

  • Am liebsten würdest du im Boden versinken. Du hattest doch einfach nur Glück. (C)
  • Du weist darauf hin, dass du es ja nicht alleine geschafft hast. Daher bedankst du dich stolz für die freundlichen Worte und erwähnst diejenigen, die dich unterstützt haben. (B)
  • Wird ja auch mal Zeit, dass er bemerkt, was du alles leistest. Aber die Sache hat bestimmt einen Haken… (A)

 

8. In der Kaffee-Küche unterhalten sich zwei Kolleginnen. Sie finden es großartig, was die neue Mitarbeiterin für einen tollen Job gemacht hat.

  • Du denke: „Sie ist wirklich toll“ und wünschst dir, dass du auch so wärst. (C)
  • Warum redet eigentlich niemand so über dich? (A)
  • Du findest es toll, wenn andere merken, wer etwas wirklich gut macht. Nächstes Mal wirst du der neuen Kollegin davon erzählen. (B)

 

9. Dir wird mitgeteilt, dass es eine neue Stelle gibt, die für dich ein guter Karriereschritt wäre. Du sollst eine Bewerbung schreiben.

  • Du schaust dir die Ausschreibung genau an. Wenn es passt, dann bewirbst du dich auch. (B)
  • Dir fallen spontan 1.000 Gründe ein, warum du für die Stelle nicht geeignet bist oder dich gerade jetzt auf keinen Fall darauf bewerben kannst. (C)
  • Da muss doch irgendwas faul sein. Wollen sie dich weiterloben oder ist der Job doch nicht so toll? (A)

 

Auswertung

Jetzt zähle bitte zusammen: Wie oft hast du A, B und C ausgewählt?
In der Regel sind wir Mischtypen. Und doch zeigt sich eine eindeutige Tendenz. Bist du eher (A) die Misstrauische, (B) die Souveräne oder (C) die Zweifelnde?

(A) Die Misstrauische

Die Welt ist schlecht und alle wollen nur eines: Dein Bestes. Positives Feedback ist in deiner Welt meistens die Vorkasse für eine Gegenleistung. Klar freust du dich über die Anerkennung. Doch du hast selten den Eindruck, dass du sie frei und ehrlich bekommst – darum kannst du Lob nie so richtig genießen, kneifst misstrauisch die Augen zusammen und wartest auf den Haken.

Dabei übersiehst du leicht, dass manchmal eine Rose einfach nur eine Rose ist. Hast du dir schon mal überlegt, wie das in deinem Umfeld ankommt? Wenn positives Feedback scheinbar „nicht erwünscht“ ist, dann gehen sie lieber auf Nummer sicher und sagen gar nichts mehr.

Es ist eine gute Eigenschaft, sich nicht manipulieren zu lassen. Doch überall nur Taktik zu vermuten ist ungerecht. Dir selbst und anderen gegenüber.

 

(B) Die Souveräne

Du weißt, wie du mit Feedback umgehen kannst. Wenn es positiv ist, freust du dich ehrlich. Du erkennst deinen Anteil an der Leistung und bist stolz, wenn es auch anderen auffällt. Dadurch bist du gelassen und souverän und das strahlst du auch aus. Geteilte Freude ist doppelte Freude.

Das Gute an dieser Haltung ist, dass du Lob sehr gut annehmen kannst und es dich auch motiviert. Aber du bist davon nicht abhängig. Denn du weißt, wer du bist und was du kannst!

Es gibt noch einen wunderbaren Nebeneffekt. Wenn man Lob so wie du richtig annehmen kann, sammelt sich im Inneren ein reichhaltiger Schatz an. An schlechten Tagen, wenn der Himmel grau ist und alles schiefläuft, kannst du davon zehren und dich damit hochziehen.

 

(C) Die Zweifelnde

Es kommt gar nicht so selten vor, dass du positives Feedback bekommst. Trotzdem fühlst du dich nicht wohl damit. Du denkst, dass damit die Erwartungen an dich nur noch höher werden. Und das, wo du jetzt schon denkst, dass deine Erfolge gar nicht dein Verdienst sind. Vielleicht fragst du dich sogar, was wohl passiert, wenn das jemand merkt.

Gut, dass niemand hinter deine Maske schauen kann und sieht, welche Zweifel sich dort verbergen. Auf der anderen Seite ist es sehr schade, dass du dein verdientes Lob und die Komplimente bisher gar nicht annimmst.

Wusstest du, dass du das ganz einfach trainieren kannst? Bedanke dich ab sofort für jedes positive Feedback. Und wenn du merkst, dass du es zerpflücken magst, sage „Stopp“. So öffnest du dich dafür, dass Lob auch wirklich bei dir ankommt.

 

Bonus-Tipp

Schau dir noch mal in Ruhe alle deine Antworten an und achte bitte drauf, wo sich Muster zeigen: Womit kannst du wundervoll souverän umgehen? Wo bist du eher misstrauisch? Und wo regen sich geheime Selbstzweifel?

Wenn wir auf solche Details achten, können wir ganz gezielt an den kleinen Schräubchen drehen, die uns im Alltag oft noch nicht bewusst sind.
Es sind die kleinen Schritte, die uns Veränderungen ermöglichen. Üben übt 😉

 

Herzlichen Dank für die Zeit, die du dir für den Test genommen hast. Ich hoffe, es hat dir Spaß gemacht.
Kennst du jemanden, die auch wissen möchte wie sie mit positivem Feedback umgeht? Dann erzähle bitte davon! Du hilfst damit deinen Freunden und mir. Danke.

Das Leben ist ein Geschenk. Mach was draus und

Pflücke Deine Träume

PS: Worauf wartest Du noch?

PSS:
Der Test ist in Kooperation mit Gitte Härter @schreibnudel.de während eines Workshops von ihr entstanden. Vielen Dank, liebe Gitte.
Aber Achtung! Obwohl ich immer wieder von ihr begeistert bin, empfehle ich sie jetzt nicht weiter. Wenn du wissen möchtest warum nicht, findest du hier die Antwort.

Titelfoto von Jörg Brinckheger / pixelio.de

 

Gefällt dir das Titelfoto? Du findest alle Fotos auf Pinterest.

​Über Astrid von Weittenhiller

Astrid arbeitet online als Life-Coach. Dabei zeigt sie Frauen, die ihren Mutter-Wunsch aufgeben, wie sie ihre Beziehung zu sich und anderen verbessern. So finden sie inneren Frieden und erschaffen sich ein erfülltes Leben. Privat findest du Astrid oft draußen beim Wandern, Trekking oder Spazieren.

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