In Vertrauen stärken | Astrid von Weittenhiller | 0 Kommentare

Richtig atmen – Das einfachste Mittel gegen Stress

Richtig atmen kann jeder. Und doch vergessen wir so oft darauf. Besonders wenn es stressig wird, ist richtig atmen das Beste, was wir tun können. Ich habe damit experimentiert und Erstaunliches erlebt.

Hast du schon mal einen freien Fall erlebt?

Vor ein paar Jahren war ich im Phantasialand. Das ist ein riesiger Vergnügungspark in der Nähe von Köln.

Auf der Homepage heißt es: „Ob furchtlose Adrenalinfans, neugierige Entdecker oder kleine Abenteurer – im Phantasialand kommt jeder auf seine Kosten.“

Bin ich alles. Ich war definitiv am richtigen Ort.

Und ich war zur richtigen Zeit da: unter der Woche, nicht in den Ferien. Das bot mir die Gelegenheit für ein ganz besonderes Experiment.

Im Adrenalinrausch

Im Freizeitpark gibt es nämlich auch das Mystery Castle, ein sogenannter Bungee Drop. Dabei sitzt man fest angeschnallt auf einer speziellen Bank und stürzt im Dunkeln in die Tiefe. Genau 65 Meter tief.

Wow, das gab ein heftiges Gefühl im Magen. Adrenalin pur.

Davon wollte ich mehr.

Ich bin also gleich nochmal rein. Wie gesagt, es war wenig los und ich musste kaum anstehen.
Beim zweiten Mal – und auch beim dritten – war es wieder überwältigend.

 

Doch die erste Aufregung war vorbei. Deshalb war mir etwas aufgefallen:

Sobald ich in die Tiefe stürzte, hielt ich den Atem an.

Vom Kopf her war mir von Anfang an klar, dass mir nichts passieren kann. TÜV sei Dank. Doch mein Körper wusste das nicht.

Er war in heller Aufregung und befürchtete einen schlimmen Tod. Daher durchströmte er mich mit berauschendem Adrenalin. Der Kick, den ich am Anfang spürte.

Bei Stress reagieren wir instinktiv. Wir wollen fliehen, kämpfen oder geraten in Schockstarre.

Unser Körper wird mit einem Hormon-Cocktail durchströmt. Das bewusste Denken setzt aus. Wir handeln nach unserem inneren Programm.

Das passiert unbewusst und wird nicht von unserem Verstand gesteuert.

 

Richtig atmen: Gerate niemals überstürzt in Wut - du hast genug Zeit. Ralph Waldo Emerson • Design by Astrid von Weittenhiller

 

Mein wichtiges Experiment

Beim dritten freien Fall fragte ich mich, was passiert, wenn ich nicht die Luft anhalten würde. Wie wäre es, wenn ich einfach ganz bewusst weiter atmen würde?

Gedacht, getan. Die nächsten zwei Mal konzentrierte ich mich darauf, entspannt weiter zu atmen.
Das Ergebnis war faszinierend. Denn plötzlich war der freie Fall gar nicht mehr schlimm.

Während meines Experiments – dem bewussten richtigen Atmen – behielt mein Verstand die Führung.

So kam mein Körper wohl zu der Ansicht, dass ich wirklich sicher bin. Er verzichtete auf die Hormonausschüttung.
(Ich bin kein Mediziner. Was ich hier beschreibe, entspricht meiner Erfahrung und dem, was ich gelernt habe.)

Auf jeden Fall blieb ich ziemlich ruhig und entspannt.

Was irgendwie schade war. Denn ich wollte ja den Kick.

Daher machte ich noch einen weiteren Versuch.

Das war das letzte Mal, dass ich fahren durfte. Meine Begleiter wurden inzwischen wirklich ungeduldig mit mir.

Bei der letzten Fahrt wollte ich nochmal den Atem anhalten. Ich wollte wissen, ob ich dann wieder den Kick spüren würde. Ob ich wohl wieder das Gefühl vom 2. und 3. Mal erzeugen konnte?

Konnte ich nicht.

Obwohl ich es versuchte, mein Körper erinnerte sich, dass keine Gefahr droht und blieb entspannt.

Stress hat man nicht. Man macht ihn sich. Tweet mich

Die erstaunliche Erkenntnis

Für mich war das eine wahnsinnige Erkenntnis:

Ich kann bewusst mit dem Atem steuern, ob ich Stress empfinde oder nicht. Und das nachhaltig.

Die Berichte, die ich später dazu las, bestätigten meine Erfahrung.

Wenn wir Stress spüren und Adrenalin unseren Körper durchströmt, fangen wir an, flacher und schneller zu atmen. Das geschieht ganz automatisch.

Doch wir sind dem Stress nicht ausgeliefert. Wenn wir wollen können wir durch tiefes und bewusstes Atmen sofort entgegenwirken.

 

Das gilt für kleine Dinge wie eine enge U-Bahn oder ein doofer Autofahrer vor uns. Es gilt für größere Dinge wie Ärger mit Kollegen.

Und es gilt für „Lebensbedrohliches“ wie eine öffentliche Rede.
Das ist kein Scherz. Viele sagen, sie würden lieber sterben als vor einer Gruppe von Menschen sprechen.

Der Trick gegen Stress ist, dass er uns auffällt, sobald wir ihn erleben.

Viele von uns stehen unter permanenten Druck. Da bemerken wir kaum mehr die vielen Kleinigkeiten, die uns belasten.

Wir dürfen wieder lernen, auf unsere Gefühle und Bedürfnisse zu achten. Und was uns nicht gut tut.

 

Auch die Vermeidung von Stress ist Stress. Gerhard Uhlenbruck • Design by Astrid von Weittenhiller

 

Du brauchst nicht immer einen Plan.
Manchmal musst du nur richtig atmen, vertrauen, loslassen und schauen, was passiert.

 

Die meisten Mitteleuropäer atmen im Alltag zu flach. Und sie atmen nicht tief genug aus.

Außer Raucher. Sie inhalieren bewusste den Rauch und atmen ihn langsam wieder aus. Die Technik ist gut. Das Gift leider nicht.

Besser ist es, wenn du ab und zu an deinen Atem denkst.

Wie richtig atmen geht

Im Yoga lernte ich einige bewusste Atemtechniken kennen.

Doch es braucht nicht kompliziert sein. Ein paar tiefe Atemzüge ganz in den Bauch genügen. Wenn der Hosenbund dabei spannt, machst du es richtig.

 

Das nächste Mal bei Stress probier doch diese einfache Technik aus, wenn du richtig atmen möchtest:

Atme tief durch die Nase ein und zähle dabei auf zwei. Halte den Atem für einen kleinen Moment an.
Dann öffne leicht die Lippen und lasse die Luft langsam mit einem leisen Phhh ausströmen während du im gleichen Tempo auf acht zählst.

Nach 2-3 Durchgängen spürst du die Entspannung.

Manchen wird dabei ein klein wenig schwummrig. Wenn das passiert, weißt du, dass du zu oft zu flach atmest. Das schwummrige Gefühl ist nicht schlimm und vergeht bald wieder.

 

Und wenn es ganz schnell gehen soll:

Seufzen und Gähnen haben den gleichen entspannenden Effekt.

 

Übrigens, beim Wandern atmen die meisten automatisch tiefer und ruhiger. Auch wenn es anstrengend ist.
Das ist ein wichtiger Grund warum sich so viele so schnell entspannter fühlen, wenn sie unterwegs sind.

 


 

Den Puls des eigenen Herzens fühlen.
Ruhe im Inneren, Ruhe im Äußeren.
Wieder Atem holen lernen.
Das ist es.

– Christian Morgenstern –

 

 

Jetzt bist du dran:

Was machst du bei Stress? Hast du dann schon mal mit richtig Atmen experimentiert?
Schreibe einen Kommentar und erzähle von deinen Erfahrungen.

 

 
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Astrid von Weittenhiller
Life-Coach für AbenteuerInnen

 

 

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​Über Astrid von Weittenhiller

Astrid arbeitet online als Life-Coach. Dabei zeigt sie Frauen, die ihren Mutter-Wunsch aufgeben, wie sie ihre Beziehung zu sich und anderen verbessern. So finden sie inneren Frieden und erschaffen sich ein erfülltes Leben. Privat findest du Astrid oft draußen beim Wandern, Trekking oder Spazieren.

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