Was hinter toten Projekten steckt

Es ist kein Drama, wenn das Projekt nicht nach Plan läuft. Es ist ein Drama, wenn der Projektmanager nichts davon weiß. Peter Hobbs • Design by Astrid von Weittenhiller

Hast du schon von toten Projekten gehört? Sie kosten uns Energie, Kraft und Zeit. Und das sind nur die offensichtlichen Probleme.
Wir wissen, dass sie uns nicht gut tun.

Warum gibt es dann so viele tote Projekte? Und warum halten wir so lange daran fest?

Den Dakota Indianern wird nachgesagt, dass sie viel schlauer sind als die meisten heutigen Unternehmen.
Zumindest eine ihrer Weisheiten wird in vielen Projekt-Teams regelmäßig zitiert:
Wenn du merkst, dass du ein totes Pferd reitest, steig ab.

Na super. Die meisten Führungskräfte und Projektleiter sind also zu doof. Sie merken noch nicht mal, wenn ein totes Pferd vor ihnen liegt und zu stinken anfängt?

Das Problem der toten Pferde

Die Weisheit der Dakotas wird natürlich nicht wörtlich gemeint.
Das Pferd steht für ein Projekt.
Das tote Pferd für ein Projekt, dass nichts wird.

Aber wie das so ist, die da oben sehen es nicht.

Wir anderen wissen es natürlich schon lääängst. Wir wissen es viiiel besser. Wir haben genau erkannt, was hier im Argen liegt.
(Achtung, das war Ironie ;-) )

Ja, wir sprechen von toten Projekten.

Die Weisheiten der Dakota

Auf jeden Fall gibt es viele lustige Sprüche über unterschiedliche Strategien, was wir mit dem toten Pferd machen.

Hier ein paar Beispiele:

  • Wir ordnen Überstunden für Reiter und Pferd an.
  • Wir gründen einen Arbeitskreis, um das Pferd zu analysieren.
  • Wir besuchen andere Orte, um zu sehen, wie man dort tote Pferde reitet.
  • Wir kaufen Leute von außerhalb ein, die angeblich tote Pferde reiten können.
  • Wir stellen Vergleiche unterschiedlicher toter Pferde an.
  • Wir erstellen eine Präsentation in der wir aufzeigen, was das Pferd könnte, wenn es noch leben würde.
  • Wir ändern die Kriterien, die besagen, dass ein Pferd tot ist.
  • Wir bilden einen Qualitätszirkel, um eine Verwendung von toten Pferden zu finden.
  • Wir entwickeln ein Motivationsprogramm für tote Pferde.
  • Wir strukturieren um, damit ein anderer Bereich das tote Pferd bekommt.

Mehr findest du hier.

OK, ich habe auch gelacht.

Von toten Projekten: Am sichersten reitet man auf dem Steckenpferd des Chefs. Ralph Boller • Design by Astrid von WeittenhillerTatsächlich ist das gar nicht lustig.

Und es betrifft nicht nur Unternehmen, es kann jeden von uns treffen:
Wir versuchen ein totes Pferd zu reiten.

Die Dakota waren wirklich schlau. Der Spruch sagt ja: Wenn du merkst

Wie kommt es denn, dass wir uns mit toten Projekten beschäftigen und es so oft nicht merken?

Tote Projekte sind nicht immer offensichtlich

Projekte durchlaufen einen typischen Zyklus.
In der Regel gibt es drei Phasen.

Zu Beginn gibt es eine gewisse Euphorie. Der Reiz des Neuen.
Nach dem Kick-Off sind wir motiviert. Wir wollen es reißen.

Das läuft eine ganze Weile gut.
Bis die ersten Hindernisse auftauchen. Das Projekt geht nur schleppend voran. Dinge klappen nicht und dauern länger.
Widerstände treten auf.

In der zweiten Phase ist die Gefahr am größten, dass das Projekt scheitert.

Vielleicht gibt es etwas Spannenderes, etwas, das mehr oder schneller Erfolg verspricht. Das nächste glitzernde Ding, das lockt.

Wer diese Schwierigkeiten überwindet, durchsteht und dranbleibt, kommt in die dritte Phase.
Das Ende ist in Sicht. Endlich ist der Erfolg spürbar.
Wir bringen das Projekt zu Ende.
Wir können stolz sein. Denn wir haben das Ziel erreicht.

So sollte es zumindest sein.

Doch besonders in der zweiten Phase werden wir verunsichert.
Ist es “nur” mühsam oder ist es ein totes Projekt?

Die wirkliche Schwierigkeit

Projekte werden oft nicht sauber aufgesetzt.
Der Zweck, das Endergebnis ist nicht ganz klar.
Und (Teil-)Ziele werden nicht so definiert, dass man genau weiß, wann man sie erreicht hat.

Es hat schon einen guten Grund, warum es unzählige Bücher, Kurse und Ausbildungen für Projektleiter gibt.

Und wieder gilt das nicht nur für Unternehmen, sondern auch für deine persönlichen Projekte.
Kaum jemand hat gelernt, wie man ein Projekt aufzieht.

Du steckst also in der schwierigen zweiten Phase und zweifelst oder bist frustriert.

Von toten Projekten: Das Stück ist nicht zu Ende, bevor der Vorhang fällt. • Design by Astrid von Weittenhiller

Was macht es jetzt so schwierig? Warum ist es nicht offensichtlich, ob es sich um Hürden handelt oder ob das Ding gestorben ist?
Meist liegt es an einem der folgende drei Gründe:

1. Du bist zu nah dran

Du hast dich im Klein-Klein verloren und das große Bild nicht mehr im Blick.

Wir stecken mitten im Schlamassel. Denn bei jedem Projekt müssen wir unglaublich viel bedenken.
Welche Prioritäten setzen wir? Was gehört zum Projekt und was nicht? Welche Aufgaben werden von wem bis wann gemacht?

Bei eigenen Projekten sind wir sowohl Planer als auch Ausführende. Das macht die Objektivität noch schwieriger.
Und wir verlieren den Überblick.

2. Es darf nicht sein

Du hast schon so viele Mittel und Energie reingesteckt. Du erlaubst dir daher nicht, objektiv die Sache zu beurteilen.

Beim Roulette wissen wir, dass die Zahl entweder rot oder schwarz wird. (Lassen wir mal die Zero beiseite.) Und wenn 5 mal hintereinander schwarz kam, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass schließlich die Kugel auf rot fällt.

Stimmt und stimmt nicht. Die Wahrscheinlichkeit ist pro Wurf immer 1:1.
Nur weil wir schon so viel investiert haben, reden wir uns ein, dass wir dieses Mal doch gewinnen müssen. Schade, aber muss nicht.

3. Du willst lieber nicht genau hinschauen

Du befürchtest, dass du scheiterst und dass das etwas über deine Fähigkeiten oder deinen Wert aussagt.

“Erfolg macht sexy.” Was bedeutet es dann, wenn wir scheitern?
Nur so viel: Weniger als wir denken. (Hier geht’s zum Artikel: Die Wahrheit über Versagen)

Trotzdem machen wir gerne unseren Selbstwert und unser Selbstbild daran fest, wie unsere Projekte laufen.
Ein ehrlicher Blick kann daher schmerzhaft sein. Solange wir nicht gelernt haben, wie wir mit unseren Emotionen umgehen.

Das ist übrigens ein Thema, bei dem ich dir gerne helfen kann.
Schau dir dazu bitte meine Angebote an oder schreibe mir.

Das Leben besteht hauptsächlich darin, dass man mit dem Unvorhergesehenen fertig werden muss.
– John Steinbeck –

Resümee

Manchmal wollen wir die Wahrheit lieber nicht sehen. Doch selbst, wenn wir das möchten, ist es nicht einfach.
Manchmal fehlt uns die Erfahrung, das Wissen oder der Blick von außen.

Die witzigen Aussagen von den toten Projekten sind gar nicht komisch, wenn man selbst betroffen ist.

Und nicht nur Unternehmen leiden darunter, dass sie nicht genau wissen, wann ein Pferd tot ist.
Für unsere eigenen Projekte ist es daher wichtig, dass wir Klarheit bekommen.

Du weißt jetzt, warum wir so lange an toten Projekten festhalten.
Wie du ganz klar erkennst, ob dein Projekt noch lebt oder nicht, erfährst du im zweiten Teil des Artikels.
Der erscheint am 02.04.2019 und wird dann hier verlinkt.

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Astrid von Weittenhiller
Life-Coach für AbenteuerInnen

 

 

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