Plötzlich Angst vorm großen Abenteuer

Plötzlich Angst: Jegliche Furcht rührt daher, dass wir etwas lieben. Thomas von Aquin • Design by Astrid von Weittenhiller

Plötzlich Angst - kurz bevor dein Abenteuer losgeht. Dabei freust du dich schon ewig drauf. Am liebsten würdest du absagen. Was ist nur los? 

​Plötzlich Angst, obwohl sie sich riesig darauf gefreut hatte. So beschreibt Manu wie es ihr kurz vor ihrer großen Reise geht.

Jetzt, zwei Tage vor dem Start, hat sie totale Angst. Sie sagt: vor allem. Ihr könnte was passieren, sie könnte krank werden, und wenn sie bestohlen wird?

Sie fragt sich sogar, warum sie überhaupt wegwollte. Es wäre doch viel besser, dass sie das Abenteuer absagt und Zuhause bleibt.

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​Manu weiß nicht, wie sie mit dieser Angst umgehen soll. Vor allem, weil sie weiß, dass immer mal was passieren kann. Und sie weiß, dass es dann meist nur halb so schlimm ist.
Doch das Wissen nützt ihr nichts. Die starken Gefühle bleiben.

Deshalb hat sie mich um Rat gebeten. Was kann sie tun? Wie kann sie mit ihren Gefühlen umgehen?

​Plötzliche Ängste sind ganz normal

​Zum Spaß hatte ich die Suchmaschine meines Vertrauens befragt. Und ich war erschrocken.
Bei “plötzlich Angst” bekam ich sofort eine ganze Seite voller Artikel über Angststörungen.

​In den Artikeln stehen dann so Dinge wie:
• “Die Betroffen haben vor Dingen und Situationen starke Angst, wo unbelastete Menschen diese nicht empfinden.” Die Süddeutsche
• “Krankhafte Furcht beherrscht das Gefühlsleben und den Alltag.” Apotheken-Umschau

Mannomann.
Stell dir das mal vor. Da hast du plötzlich Muffensausen vor einer neuen Situation. Du suchst nach Ideen, wie du damit umgehen kannst. Und sofort geht es um schwere Angststörungen und Krankheiten.

Wir wissen alle, dass es Angststörungen gibt. Und es ist wichtig, dass sie thematisiert werden.

Doch nicht jede plötzliche Angst ist krankhaft. Selbst wenn andere “unbelastete” Menschen in der gleichen Situation keine Angst hätten. (Was auch immer “unbelastet” hier bedeuten mag…)
Diese Suche würde mir auf jeden Fall nicht helfen.

Ein besseres Ergebnis bekam ich durch viele Gespräche mit anderen AbenteuerInnen und meinen eigenen Erfahrungen.

Alle kannten das Gefühl von plötzlicher Angst kurz vor einem neuen Abenteuer.

​Und ich fand heraus:
Es ist ganz normal, dass wir manchmal ängstlich sind oder sogar Panik verspüren. Besonders dann, wenn es um ein Abenteuer geht.

Abenteuer bedeutet für viele, etwas zu tun, was sie bisher noch nie auf diese Art getan haben. Neuland, im besten Sinne.

Warum wir manchmal diese plötzliche Angst verspüren

Ein Abenteuer triggert zwei grundlegende Ängste in uns.

1. Die Angst vor dem Unbekannten

Wir verlassen unsere vertraute Umgebung. Wir verlassen die Komfortzone:

  • Das was wir kennen.
  • Das was wir einschätzen können.
  • Das womit wir umgehen können.

Plötzlich Angst bekommen wir, sobald wir nicht mehr genau wissen, was auf uns zukommt. Wir haben zwar eine Vorstellung, aber sicher sind wir nicht.

Uns fehlt die Erfahrung, uns fehlen verlässliche Vergleichswerte.

Und tatsächlich ist es ja so, dass das Leben viele Gefahren birgt.

Diese Gefahren sind zu Hause oft nicht wirklich geringer, aber wir können sie besser einschätzen. Wir wissen, was wir im Fall der Fälle tun müssen. Wir wissen, auf wen wir uns verlassen können. Wir wissen, wie die Absicherung funktioniert.

In der Ferne wissen wir das nicht.

Vielleicht gibt es dort Gefahren, die wir uns noch nicht einmal vorstellen können. Vielleicht haben wir auch schon von schrecklichen Dingen gehört, die irgendjemandem irgendwann mal passiert sind.

Wir wünschen uns insgeheim mehr Sicherheit.

Plötzlich Angst: Wenn einer keine Angst hat, hat er keine Phantasie. Erich Kästner • Design by Astrid von Weittenhiller

2. Die Angst vor der eigenen Courage

Die zweite Angst ist subtiler. Sie betrifft unser grundsätzliches Vertrauen.
Im Kölschen Grundgesetz heißt es:

  • Et kütt wie et kütt. (Es kommt, wie es kommt.)
  • Et hätt noch emmer joot jejange. (Es ist bisher noch immer gut gegangen.)

Doch was, wenn nicht?
Was ist, wenn unser Vorhaben doch schiefgeht?
Was, wenn wir nicht damit umgehen können, was auf uns zukommt?

Als wir das Abenteuer geplant hatten, waren wir noch davon überzeugt. Doch jetzt...
Irgendwie ist das Vertrauen abhanden gekommen. Der Mut ist weg.

Es gibt einen Unterschied zwischen Angst und Furcht.

Angst bezieht sich immer auf eine konkrete Sache. Das kann ein Abgrund, Absturz, Aussetzer sein oder auch Spinnen, Spritzen, Schmerzen.
Furcht dagegen hat keinen erkennbaren Grund. Es ist dieses diffuse Gefühl, wenn sich die Haare sträuben, wenn es einem mulmig zumute wird.

Sobald unser grundsätzliches Vertrauen schwindet, öffnen wir dieser Furcht die Türe.

Wir verlieren unser Vertrauen, dass es immer eine Lösung gibt.

Plötzlich Angst: Auch der stärkste Mann schaut einmal unters Bett. Erich Kästner • Design by Astrid von Weittenhiller

Lass dich nicht unterkriegen

Plötzliche Angst ist heftig. Sie bedeutet nicht gleich eine psychische Störung. Doch sie kann dich so verunsichern, dass du deinen Traum aufgibst.
Tu das bitte nicht.

Lass bitte nicht zu, dass dich deine Ängste von dem Abenteuer abhalten, dass du dir so sehr wünschst.

Was kannst du also tun, wenn du kurz vor dem Start am liebsten doch zu Hause bleiben möchtest?

Rede darüber

Wahrscheinlich denkst du, dass sich deine Angst total unsinnig anhört. So wird es noch schwieriger darüber zu reden.
Wenn wir selbst die Augen verdrehen, wie soll jemand anders Verständnis für uns haben?

Tatsächlich ist es so, dass ganz viele diese Ängste kennen. Es redet nur kaum jemand darüber. Daher denken wir, wir sind alleine. Doch das stimmt nicht.

In einer Facebook Gruppe haben auf eine ähnliche Frage innerhalb von wenigen Stunden über 30 Frauen berichtet, dass sie selbst schon plötzlich Angst vor einer Reise bekommen hatten. Viele kennen das Problem nur zu gut.

Und solltest du wirklich gar nicht wissen, mit wem du darüber reden kannst, rede mit dir selbst. Besser noch, schreibe dir einen Brief, wie es dir geht. Berichte über deine Ängste und Befürchtungen. Notiere dir deine Gedanken.

Auf jeden Fall lass raus, was dich belastet.
So bekommst du zwar nicht die Bestätigung, dass du nicht alleine bist, aber das weißt du ja jetzt schon von mir.

Mut besteht nicht darin, dass man die Gefahr blind übersieht, sondern darin, dass man sie sehend überwindet. #JohnPaul

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Schaffe ein Sicherheitsnetz

Natürlich können wir uns nicht auf alles vorbereiten. Und bei heftigen Gefühlen hat der Kopf auch nicht so viel zu melden.

Mit guter Planung und Ideen für den Notfall kannst du konkrete Ängste ziemlich gut beruhigen.
Selbst falls die Ängste unterschwellig bestehen bleiben, motivieren uns Pläne zum Weitermachen.

Was könnte passieren? Was tust du dann? Wer kann dir Vorort helfen? Wie kannst du gut für dich sorgen?

Ich habe schon oft erlebt, dass konkrete Maßnahmen besonders die diffusen Ängste auflösen.
Pläne schaffen Sicherheit. Und Sicherheit stärkt das Vertrauen.

Wenn du einen Riesen siehst, der mit dir kämpfen will, dann sei ohne Furcht.
Untersuche zuerst den Stand der Sonne, dann wirst du sehen, dass der Riese vielleicht nur der Schatten eines Zwerges ist.

Chinesisches Sprichwort

Untersuche die Ängste

Vermutlich hast du nicht vor jeder Reise plötzlich Angst gehabt.
Finde heraus, wann du sie nicht hattest.
Wann bist du einfach so losgezogen? Was war anders?

Erinnere dich möglichst genau, damit du die Unterschiede erkennen kannst.
Frage dich, was damals anders war und was das für dein jetziges Abenteuer bedeutet.

Vielleicht bist du zum ersten Mal länger alleine im Ausland unterwegs. Dann überlege, ob du in Deutschland oder übers Wochenende schon alleine gereist bist.
Was kannst du daraus lernen?

Am Ende ist alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende • Design by Astrid von Weittenhiller

Resümee

Vor einem neuen Abenteuer plötzlich Angst haben, ist ganz normal.

Ich habe noch niemanden kennengelernt, die nicht zumindest mal ein grummeliges Gefühl hatte, wenn das große Unbekannte vor ihr steht.

Daher ist mein bester Tipp für dich:

  • Gestehe dir ein, dass du dich ängstlich fühlst und am liebsten zu Hause bleiben möchtest.
  • Geh hinein in das Gefühl. Oft ist es eine Art Bauchgrummeln. Spüre es ganz bewusst.
  • Und dann mach dir klar, dass es bereits ein Teil des großen Abenteuers ist.

Ich finde ja, dass sich im Grunde das Grummeln der Angst nicht viel anders anfühlt wie freudige Erwartung.

Bauchgrummeln gehört zum Abenteuer dazu.
Genieße es als Teil davon.
Es bedeutet vor allem, dass du was wagst und dich traust.
Es bedeutet, dass dir wichtig ist, was du vorhast.

Dein großes Abenteuer wartet schon auf dich!


Jetzt bist du dran:

  • Hattest du auch schon mal plötzlich Angst vor allem, kurz bevor deine Reise losgehen sollte? Was hast du gemacht? Hast du Tipps für uns?

Bitte schreibe einen Kommentar und erzähle von deinen Erfahrungen. Danke.

 
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Astrid von Weittenhiller
Life-Coach für AbenteuerInnen

 

 

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