Nein, danke – Nein. Danke!

Die Fähigkeit, das Wort Nein auszusprechen, ist der erste Schritt zur Freiheit. (Nicolas Chamfort) • Foto by Astrid Weittenhiller

Fragst du dich manchmal:

Warum fällt es mir oft so schwer, nein zu sagen?
• Warum kann ich nicht immer klar Stellung beziehen?
• Und warum geht das nur mir so?

Kennst du dieses Gefühl? Dann lies bitte weiter!
Du kennst es nicht? Dann lies bitte diesen Beitrag erst recht. Du kannst hier was über die Reaktionen deiner Mitmenschen lernen.

Ein Nein zu dir ist ein Ja zu mir selbst.

Ein Nein bedeutet Gefahr

Lasst uns zunächst mal in unsere Kindheit schauen.
Als Säuglinge sind wir auf die Zuwendung der Erwachsenen angewiesen. Sehr lange ist das Wohlwollen der Großen für uns überlebensnotwendig. Sie geben uns Nahrung, Wärme, Sauberkeit und Geborgenheit. All das und noch mehr brauchen wir, um wachsen und gedeihen zu können. Wir sind völlig abhängig.
Wenn wir uns verweigern, besteht immer die Gefahr, dass wir gar nichts mehr bekommen.

Doch irgendwann werden wir älter und es beginnt die erste Trotzphase. Auf dem Weg zur Selbständigkeit lernen wir uns zum ersten Mal bewusst abzugrenzen. Wir üben das Nein sagen. Die Reaktion der Erwachsenen, der Geschwister, der gesamten Umgebung prägt uns für unser weiteres Leben. Entscheidend ist, welche Strategie wir in dieser Zeit entwickelt haben.

Denn je nach der Reaktion unseres sozialen Umfelds, ist diese Strategie für uns als Erwachsene hilfreich oder behindernd. Ja, wir nutzen oft noch immer das, was wir uns als Kleinkinder erfolgreich erarbeitet haben.

 

Ein Nein bedeutet Abgrenzung

Wenn es uns also heute als Erwachsene schwer fällt für uns selbst einzustehen, dann hat das verunsicherte Kind in uns die Oberhand.
Eine geringe Abgrenzung ist auch immer ein Geschenk. Die meisten dieser Menschen sind besonders sozial veranlagt, Harmonie schaffend oder sehr hilfsbereit. Empathie ist hier oft die andere Seite der Medaille.

Doch der Preis für fehlende Abgrenzung ist oft das Dilemma: Ich sollte – ich will aber nicht – muss ich wirklich – ist doch nicht so schlimm…

Es ist ein schönes Gefühl gebraucht zu werden. Und in unserer Welt, die oft mit Anerkennung geizt, sucht sich jeder seine Nische. Dieser Beitrag ist kein Plädoyer für Egoismus und gegen Hilfsbereitschaft. Aber viele Menschen überschreiten ihre persönlichen Grenzen bis zu einem Grad, der ihnen schadet. Sie lassen sich berauben und ausbeuten und das scheinbar freiwillig

 

Die Fähigkeit, das Wort Nein auszusprechen, ist der erste Schritt zur Freiheit. Tweet mich

 

Ein Nein bedeutet Freiheit

Egal, ob wir es nicht gelernt haben, für uns einzustehen, Konflikte auszuhalten oder mit unseren Kräften hauszuhalten.
Wir haben jeden Tag die Möglichkeit unsere Zukunft neu zu gestalten, indem wir heute unser Verhalten verändern!

Das war bisher alles sehr theoretisch. Daher bitte ich dich, probiere es einfach aus.

Suche dir dein erstes kleines Experimentierfeld ganz bewusst aus. Vielleicht holst du nicht mehr wie jeden Morgen die Zeitung rein. Oder du bist nur an einem Nachmittag nicht wie selbstverständlich das Familien-Taxi nur weil es bequemer als Busfahren ist. Falls das schon zu großen Sprengstoff enthält, suche dir ein anderes Gebiet. Für manche ist es schon eine Herausforderung einen Flyer in der Einkaufsstraße nicht anzunehmen.

 

Ein Nein kann man üben

Wenn es dir ganz schwer fällt, kannst du auch mit einem Menschen üben, dem du wirklich vertraust. Einer hat etwas in der Hand, der andere bittet darum – mit allen verbalen Mitteln!
Lass dich einfach auf das Rollenspiel ein. Unser Gehirn kann nicht zwischen Wahrheit und Fiktion unterscheiden. Also stelle dir vor, dass dein Partner sehr einschüchternd ist.

Hier ist es Zeit, dich zu warnen:

Wie bei jeder Verhaltensänderung wirst du auch hier Gegenwind bekommen. Wir Menschen lieben unsere Gewohnheiten und wenn einer aus dem System ausbricht, müssen sich alle anderen auch bewegen. Das ist oft unbequem, störend und verwirrend. Bereite dich daher auf heftige Gegenwehr vor und bleib standhaft!
Langsame Veränderungen werden von der Umwelt leichter akzeptiert, eine allmähliche Gewöhnungsphase fällt allen leichter. Falls du also dazu in der Lage bist, gib dir und deiner Umgebung Zeit.

 

Ein Nein bedeutet Wachstum

Vielleicht hilft dir noch ein ganz anderer Gedanke bei der Umsetzung. Wenn du anderen immer alles abnimmst, klaust du ihnen die Möglichkeit etwas zu lernen.

Vermutlich bist du ein sehr verantwortungsbewusster Mensch. Und du möchtest, dass es allen gut geht. du hast viel Erfahrung und kümmerst dich um die meisten Dinge selbst. Das bedeutet aber, dass sich der andere nicht selbst bemühen muss. Er kann so nicht lernen, selbst verantwortlich zu werden, freier und unabhängiger.

Wachstum hat ganz viel mit Ausprobieren zu tun. du kannst ausprobieren, wie es sich anfühlt, für dich einzustehen. Der andere kann ausprobieren wie es ist, selbst aktiv zu werden. Manchmal müssen wir wohl zu unserem Glück gezwungen werden 🙂

 

Und denke immer daran, du bist nicht alleine!

Es gibt so viele Menschen, denen es genauso geht wie dir. Eine unsere größten Ängste ist, nicht geliebt zu werden. Aber:

  • Wer Bedingungen an seine Liebe knüpft, liebt dich nicht wirklich.
  • Wer mehr von dir fordert als du geben möchtest, beraubt dich.
  • Wer dir nicht deine Freiheit lässt, sperrt dich ein.

 

Du hast etwas Besseres verdient. Forder es ein. Sage JA zu dir selbst – und NEIN zu dem, was für dich nicht in Ordnung ist. Auch das ist Zivilcourage.

Oder was meinst du?

 

Ich danke dir dafür, dass du dir die Zeit für den Artikel genommen hast. Und wenn du magst, schreibe doch, wie es dir mit dem Nein sagen geht…

Ich wünsche dir einen schönen Tag und

Pflücke Deine Träume

PS: Worauf wartest Du noch?

 

Mehr Selbstvertrauen?

Melde dich jetzt kostenlos an, wenn du dich endlich stark und mutig fühlen möchtest

  • dasKartenspiel sagt:

    Ein Ja braucht immer auch ein Nein… Toller Artikel von Astrid! https://lifecatcher.de/nein-danke/

  • Sybille Johann sagt:

    Eine gute Übung ist es auch, die ganzen Gewinnspielangebote auszuschlagen. „Wie, sie wollen nicht im Lotto gewinnen?!“ Da wird gleich mal schlechtes Gewissen produziert. Inzwischen kann ich da standhaft nein sagen, und es tut gar nicht weh. Wo es mir tatsächlich noch schwer fällt ist innerhalb der Familie. Stichwort Egoismus… Da muss man schon eher begründen und merkt, wo man noch Angst vor Ablehnung hat. Wie geht man mit beleidigen Gesichtern um?
    Ein wichtiges Thema, liebe Astrid!
    LG
    Sybille

    • Lifecatcher sagt:

      Liebe Sybille,
      an diese Mails hatte ich noch gar nicht gedacht. Das probiere ich gleich mal aus und sage ganz erfreut: „Ja, selbst wenn ich im Lotto gewinnen möchte, dann nicht mit Euch!“ und drücke sehr zufrieden auf den Papierkorb-Button 🙂
      Herzlichen Dank für den Input!
      Liebe Grüße -Astrid

  • much.fun sagt:

    Mich hat jemand gefragt, ob ich ein Stück Schokolade abgebe. Habe sofort NEIN gesagt, um zu üben.

  • Astrid Weittenhiller sagt:

    #lifecatcher Nein, danke – Nein. Danke!:
    Ein Nein zu dir ist ein Ja zu mir selbst.
    • Warum f… https://lifecatcher.de/nein-danke/ – LiFEcatcher.de

  • >