Mentoren und Miesmacher

Für Miesmacher: Nur der hat das Recht auf Kritik, der von Herzen hilfreich ist. (Abraham Lincoln) • Foto by Astrid Weittenhiller

Was hältst du von Kritik?

Ich liebe es Kritiken zu lesen.

Generell ermöglichen sie es mir einen schnellen, kurzen Überblick zu bekommen. Gerne nutze ich diese Informationsquelle,  um im Vorfeld zu entscheiden, womit ich meine Zeit verbringe.

Außerdem sind besonders die ironischen und bösen oft sehr unterhaltsam. Dabei vergesse ich gerne, dass sich irgendjemand irgendwann einmal viel Mühe mit etwas gegeben hat.

Ich kann es nicht leiden, selbst kritisiert zu werden.

Bei Kritik denke ich sofort an jemanden, der an mir rumnörgelt, mich kleinmacht oder genau das nicht wertschätzt, wovon ich gerade so begeistert bin. Ja, ich denke bei Kritik automatisch an die Miesmacher.

Was unterscheidet einen Mentor und einen Miesmacher

Aber es gibt auch die anderen, die Mentoren. Das sind die Menschen, die mich bestärken, mich auf Denkfehler hinweisen und mich vor Sackgassen und Umwegen bewahren. Auch das Wort der Mentoren kann unangenehm sein, aber ich kann es annehmen und umsetzen.

Doch worin genau besteht der Unterschied zwischen Mentoren und Miesmachern?

Die Miesmacher weisen gerne darauf hin, was alles schlecht ist, was nicht funktioniert oder gar nicht geht. Häufig tun sie das mit deftigen Worten und großen Gesten. Die Kritik ist vernichtend und man selbst wird schwer verletzt, wütend oder deprimiert. Gewöhnlich ist damit die Aufgabe der Miesmacher erledigt.

Nur der hat das Recht auf Kritik, der von Herzen hilfreich ist. #AbrahamLincoln Tweet mich

Tatsächlich kann es dir auch bei einem Mentor passieren, dass du dich verletzt und unverstanden fühlst. Die Begeisterung bekommt einen Dämpfer und du wirst brutal auf den Boden der Tatsachen geworfen. Nicht alle Mentoren besitzen viel Feingefühl und fassen dich mit Glaceehandschuhen an.

 

Den entscheidenden Unterschied erkennst du oft nur dann, wenn du zunächst Abstand von der Kritik nimmst. Jetzt gilt es Größe zu zeigen.

Zieh dir den Schuh nicht an!

Die wohl größte Herausforderung ist es, die Kritik nicht auf dich selbst zu beziehen. Egal, wie es tatsächlich gemeint war, deine Aufgabe ist es jetzt, die Aussagen der Sache zuzuordnen und deine Person aus der Schusslinie zu nehmen. Hier geht es um dein Tun und nicht um dein Sein!
Die Mentoren wollen die Sache verbessern. Die Miesmacher verstecken sich hinter der Sache und wollen in Wirklichkeit dich treffen. Die Gründe dafür sind vielfältig und im Moment gar nicht wichtig.

 

Dreh den Spieß um!

Es gibt einen einfachen Trick, wie du die Miesmacher enttarnen kannst:

  • Bleibe freundlich, auch wenn es schwer fällt! (Viele Miesmacher freuen sich, wenn es dir schlecht geht. Und diese Genugtuung willst du ihnen doch nicht geben, oder?)
  • Bedanke dich für den Hinweis. Trage ruhig dick auf, wenn dir das Freude macht. Warum solltest du nett zu jemandem sein, der dir absichtlich weh tun will? Aber denke daran, dass du noch nicht weißt, ob es wirklich ein Miesmacher ist!
  • Und jetzt frage, was du verbessern könnest.
    Das ist der entscheidende Schritt!

 

Miesmacher können nie konstruktiv darauf antworten. Vielleicht antworten sie ausweichend, lassen dich einfach stehen oder versuchen einen neuen Angriff. Du merkst sofort, ob du eine konstruktive, sachbezogene Antwort erhältst! Sobald sich also jemand zielführend inhaltlich mit dir auseinander setzt, hast du einen Mentor gefunden, der immer wichtige Hinweise gibt.

Ob du die Anregungen dann umsetzt oder nicht, bleibt ganz dir überlassen.
Probiere es doch einfach mal aus!

Und was machst du mit den Miesmachern

Wenn du erkannt hast, dass du an einen Miesmacher geraten bist, kann es sein, dass so richtig die Wut in dir brodelt. Die Wut muss wieder raus aus deinem System. Ich empfehle jetzt mal nicht die üblichen Methoden wie schreien, auf Kissen hauen oder so was.

Probiere es doch mal mit Freundlichkeit. Bedanke dich ganz herzlich für die tolle Kritik – am besten um 3 Uhr nachts oder auch am Sonntag um 6 Uhr morgens. Erzähle, dass du vor lauter Begeisterung nicht schlafen konntest und unbedingt sofort anrufen musst. Wenn du das ein paar Mal gemacht hast, wirst du von diesem Menschen bestimmt nie wieder einen „gut gemeinten“ Rat bekommen. Oder was glaubst du? 😉

Übrigens, ich habe schon erwähnt, dass unser Gehirn nicht unterscheiden kann, ob etwas wirklich passiert ist oder nur in unserer Vorstellung. Es ist also für deine Gefühls-Hygiene gleich, ob du wirklich anrufst oder nur in deiner Fantasie…

 

Kurz&Knapp

1. Nimm Kritik nicht persönlich

2. Bedanke dich für jede Kritik – offen und ehrlich

3. Frage, was du verbessern kannst

Wenn du auf deine Frage keine verständliche Antwort bekommst, redest du in der Regel mit einem Miesmacher.
Ein Mentor möchte, dass etwas besser wird. Und selbst wenn er dir gerade nicht konkret helfen kann, bemüht er sich um gute Tipps.


 

Herzlichen Dank, dass du dir die Zeit für mich und diesen Artikel genommen hast. Und wenn du Lust hast, berichte uns doch in einem Kommentar von deinen Erfahrungen…

Ich wünsche dir einen schönen Tag und

Pflücke Deine Träume

PS: Worauf wartest Du noch?

 

  • Auch ein sehr wichtiger Aspekt. Danke für den Hinweis!

  • Eva sagt:

    klasse! bravo, Astrid!
    ‚Problem‘ für viele Mentoren wie uns, wenn das Gegenüber nicht offen ist für diese Kritik (leider ist dieses Wort in unserer Gesellschaft ja automatisch negativ konnotiert)
    und zw. Mentor und Miesmacher gar nicht unterscheiden kann bzw. will (klassische Opferhaltung)

  • Weittenhiller Henrike sagt:

    Du sprichst mir aus dem Herzen und der Tipp, den Miesmacher zu enttarnen ist super. Ich kenne ein paar Miesmacher, werde den Rat gleich mal ausprobieren.
    Alles Gute!

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