Wenn die Vergangenheit zur Last wird

Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Im Fernsehen bekommen wir in mundgerechten Happen das Jahr im Schnelldurchlauf, die Radiosender spielen die 100 besten Hits im Countdown, alles ist auf Resümee eingestellt. Und auch uns bietet sich wieder die Gelegenheit zurück zu schauen und zu reflektieren.

Ich bin immer wieder dankbar, wenn ich Muse für eine Rückschau finde. Ich betrachte, was ich in einem bestimmten Zeitraum geschafft habe und finde heraus, was es noch zu tun gibt. Es ist dann eine schöne Bestandsaufnahme, denn ich bleibe mit beiden Beinen fest im Hier und Jetzt.

Ganz anders ist es, wenn ich müde und abgekämpft bin oder mich ein Thema nicht mehr loslässt. Dann hadere ich mit der Vergangenheit und frage mich, warum ich noch nicht weiter voran gekommen bin. Warum ich noch immer die gleichen Probleme habe. Warum manche Last einfach nicht weniger wird.

Dann stecke ich in meiner Vergangenheit fest.

Lass die Vergangenheit los

Einige Heilsverkünder strahlen uns an und erklären, wir brauchen nur die Vergangenheit loszulassen, dann wird alles gut. Das ist ja leicht gesagt!
Doch was, wenn wir uns nur erschöpft und gefangen fühlen. Wenn wir uns wie Sisyphos fühlen; wir den gleichen Stein Jahr für Jahr den Berg hinauf rollen und das Ziel doch immer wieder verfehlen.
An diesen Tagen ist die Last schier unerträglich.

Es gibt Menschen, die scheinen ein anderes Gedächtnis zu haben als ich. Diese Menschen schaffen es, ganz im Moment zu leben und sich nicht mit ihrer Vergangenheit abzuschleppen. Kann ich das nicht auch erreichen?

 

Abschied von der Last

Ich weiß nicht, wie es dir geht. Aber ich trage an meinen „schwachen“ Tagen alle Last der Welt mit mir herum. Darum sorge ich inzwischen regelmäßig vor. So kann ich mich an meinen guten Tagen von den größten Brocken trennen. Dann werde ich an den nicht so guten Tagen weniger tief herunter gezogen.

 

Es gibt eine Reihe wundervoller Methoden, die beim Loslassen der Vergangenheit helfen. Hier sind ein paar einfache Beispiele:

  • Gestalte auf einem großen Blatt Papier eine Kollage mit dem, was du loslassen möchtest. Diese Kollage kannst du dann feierlich verabschieden, vielleicht sogar mit einer kleinen Rede. Anschließend wird die Collage zu kleinen Papierschnipseln zerrissen und vergraben, weggespült oder verbrannt. Hauptsache sie verschwindet endgültig – und damit auch alles, was sie repräsentiert.
  • Falls du die Harry Potter-Geschichten kennst, gibt es eine hübsche Alternative. Stell dir vor, du hast dein ureigenstes Denkarium. Nimm dir eine große Schale und gib alle deine be-last-enden Gedanken herein. Da bei mir der Zauberstab nicht funktioniert, nehme ich Stifte und kleine Zettel zur Unterstützung. Wenn alles hübsch aus dem Kopf draußen ist, kannst du dein Denkarium in Ruhe betrachten. Nach einer Weile wenn du sicher bist, dass du das alles nicht mehr brauchst, kannst du den Inhalt mit einem guten Gefühl vernichten.
    Ich mag die auflösende Kraft von Feuer. Daher habe ich eine feuerfeste Schale und verbrenne die Zettel. Bitte achten darauf, dass nur die Zettel brennen!
  • Eine Freundin von mir bastelt gerne und sie gestaltet so etwas wie eine Voodoo Puppe aus Salzteig. Sie freut sich immer, wenn sie dann die Puppe zerstückelt. Ich finde es etwas martialisch, aber jedem das seine 😉

Der innere Hausputz

Es geht um den inneren Hausputz. Wichtig ist dabei, dass wir den „Mist“ aus unserem inneren System in die Wirklichkeit bringen, also den Gedanken eine Form geben. Für mich hat sich herausgestellt, dass ich viel leichter loslassen kann, wenn etwas greifbar ist. Falls es dir auch so geht, probiere gerne meine Tipps aus. (Für die anderen gibt es auch wunderbare Meditationen, in denen das Loslassen im Kopf passiert. Falls du dazu Informationen wünschst, schreibe mir bitte.)

Heute ist der innere Hausputz fällig Klick um zu Tweeten

Es ist ein großer Unterschied, ob wir uns bewusst die Lektionen der Vergangenheit anschauen oder ob wir in der Vergangenheit feststecken.  Daher ist es wichtig, diese Lektionen anzunehmen und aus den Erfahrungen zu lernen. Es gibt schließlich so viele Fehler, dass wir nicht den gleichen zweimal machen müssen!

Daher solltest du dir uns bewusst die Zeit zum Reflektieren und zum Loslassen nehmen – beides dann, wenn du innerlich auch dazu in der Lage bin.

So kannst du deine Last los werden. dein Rucksack ist wieder leichter und die Welt ist auch an schlechten Tagen erträglich.

Es gibt ganz unterschiedliche Strategien wie man mehr Leichtigkeit in sein Leben bringt. Welche hast du entwickelt?

 

Wie immer danke ich dir für die Zeit, die du dir genommen hast, den Artikel zu lesen. Und wenn du Lust hast, hinterlasse uns doch einen Kommentar…

Ich wünsche dir einen schönen Tag und

Pflücke Deine Träume

PS: Worauf wartest Du noch?

Titelfoto von Peter Hebgen@pixelio.de

Über Astrid von Weittenhiller

Astrid arbeitet online als Life-Coach. Dabei zeigt sie Frauen, die ihren Mutter-Wunsch aufgeben, wie sie ihre Beziehung zu sich und anderen verbessern. So finden sie inneren Frieden und erschaffen sich ein erfülltes Leben. Privat findest du Astrid oft draußen beim Wandern, Trekking oder Spazieren.

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  • Christliche Version:
    Bei einem Gebetskreisabend kam der Pfarrer mit einem schweren Rucksack daher. Er fragte uns, was wohl darin sein könnte. Ich tippte auf Bücher, denn die sind immer schwer. Es stellte sich dann aber heraus, dass Steine im Rucksack waren. Er erklärte, die Steine wären unser Sorgen, einfach alles, was uns bedrückt. Er bat uns dann, soviel Steine zu nehmen, als wir glauben, Sorgen zu haben. Dann sollten wir sie symbolisch vor ein Jesus-Bild legen und IHM diese Sorgen-Steine übergeben.
    Ich finde dies auch eine schöne Art, seine Last oder Vergangenheit loszulassen. Ist allerdings nicht Jedermanns Sache.

    • Liebe Riki,
      vielen Dank für das schöne Beispiel. Das spricht mich als begeisterten Wanderer ganz besonders an.

      Es stimmt schon, vielleicht ist die christliche Sicht nicht Jedermanns Sache. Das Bild mit dem Rucksack und den Steinen ist aber sehr anschaulich. Und alleine nur, dass man sich dessen bewusst wird und aktiv die Steine aus dem Rucksack nimmt, kann schon viel bewirken. Was man dann mit den Steinen macht, ist jedem selbst überlassen. Also, ob man sie einer höheren Macht überlässt, dem Kreislauf des Lebens zurückführt oder was auch immer.

      Hauptsache man wird sich bewusst, dass man noch Lasten mit sich herum schleppt. Und wenn man dann feststellt, dass man sie heute nicht mehr braucht und auch nicht mehr haben möchte, darf man sie auch loslassen. Oder, wie in deinem Bild, die Steine aus dem Rucksack ausladen.

      Herzliche Grüße -Astrid

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