In Vertrauen stärken | Astrid von Weittenhiller | 0 Kommentare

Was glaubst du, wie viele wirklich ihre Gefühle zulassen können?

Denkst du auch, dass nur Softies ihre Gefühle zulassen? Dass vor allem Frauen sich doch endlich ein dickeres Fell zulegen sollten?
In Wirklichkeit wollen die meisten lieber nichts von ihren Emotionen wissen. 

​Gefühle sind nichts für Weichlinge. 

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​Stell dir vor, es ist ein schöner Frühlingstag. Die Vögel zwitschern und die Sonne scheint. Drei Freundinnen spazieren gemeinsam durch den Wald.

Unerwartet wird der Wanderweg von einem Zaun versperrt. Sie kommen nicht weiter. Wütend und verärgert drehen sie schließlich um.

Später im Kaffee kommt der Ärger nochmal hoch.

Die erste schäumt: „So eine Unverschämtheit. Das ist ein öffentlicher Weg. Wir sollten uns beschweren.“

Die zweite fühlt sich sichtlich unwohl. Zusammen mit ihrem Kuchen schluckt sie das ärgerliche Gefühl runter. „Ich glaube, ich bestelle mir noch ein Stück.“

Die dritte hört schon nicht mehr zu und meint: „Ach, das ist doch keine große Sache. Das macht doch nichts“ und wechselt schnell das Thema.

​Wie wir meistens mit Gefühlen umgehen

OK, das ist nur eine Geschichte. Aber die Reaktionen sind typisch.

Keine der drei Freundinnen hat ihre Wut zugelassen.

​Die erste lebt ihr Gefühl aus.

Viele verwechseln das Zulassen von Gefühlen damit, dass man sie auslebt.

Bei Wut könnte das bedeuten, dass man verbal - oder sogar körperlich - um sich schlägt. Wir leben unsere Gefühle aus, in dem wir sie nach Außen tragen. Wir agieren entsprechend, ganz gleich, wer oder was dabei zu schaden kommt oder darunter leidet.

Wir sehen das oft bei Kindern, die unkontrolliert mit den Türen knallen oder Wutanfälle bekommen.

​Wir erkennen das Ausleben von Gefühlen daran, dass wir ausflippen, uns reinsteigern oder Dinge dramatisieren.

​Die zweite versucht ihr Gefühl zu vermeiden.

Jeder von uns hat Gefühle, die OK sind und solche, die wir lieber nicht spüren wollen.

Vor allem Wut von Frauen wird gesellschaftlich schwer akzeptiert. Daher versuchen viele schnell abzulenken, wenn sie sich wütend fühlen.
Wir versuchen das Gefühl zu beschwichtigen. Am liebsten mit Verhaltensweisen, die uns schnelle Erleichterung und Abwechslung bringen.

Beispiele hierfür sind Naschen, Essen und das Glas Wein zu viel. Sich in Arbeit stürzen. Shoppen. Das konsumieren von Facebook, Instagram, TV-Serien, Filmen und anderen Medien. Das sind Puffer-Aktivitäten, die uns von unseren eigentlichen Zielen abbringen und in gewisser Hinsicht negative Effekte auf unser Leben haben.

​Wir erkennen das Vermeiden von Gefühlen daran, dass wir uns in Puffer-Aktivitäten stürzen - oft wie ferngesteuert.

​Die dritte unterdrückt ihr Gefühl.

Auch hier geht es darum, lieber nicht zu fühlen, was passiert.

Doch Emotionen sind zu stark, als dass wir sie ignorieren könnten. Daher versuchen wir sie unter der Oberfläche zu halten. Das ist anstrengend und kräftezehrend.

Und wie ein Wasserball im Schwimmbad können wir unsere Gefühle nicht lange unterdrücken. Schnell poppen sie wieder an die Oberfläche. Stärker als zuvor.

Oft passiert das erst, wenn wir alleine sind. Aber manchmal braucht dann nur noch eine Kleinigkeit sein, die das Fass zum Überlaufen bringt.

​Wir erkennen das Unterdrücken von Gefühlen, wenn wir ohne sichtlichen Grund hochgehen oder unerklärlich müde und erschöpft sind.

Das Ärgerliche am Ärger ist, dass man sich schadet, ohne anderen zu nützen. Kurt Tucholsky • Design by Astrid von Weittenhiller

​Die Welt hat dazu den Artikel veröffentlicht: Wie man Wut gewinnbringend nutzen kann

Allerdings empfiehlt die Autorin auch so Dinge wie Spaziergänge und darüber schlafen. Das kann sinnvoll sein, aber nur, wenn wir damit nicht die Wut unterdrücken oder ihr aus dem Weg gehen wollen.

​Und warum wir Gefühle zulassen wollen

Wenn man diese Reaktionen sieht, könnte man zum Schluss kommen, dass Gefühle schwierig sind. Vielleicht haben diejenigen doch recht, die lieber keine Gefühle zeigen.

Sorry. Das ist keine Lösung.

​Gefühle sind unser Benzin

Gefühle sind ein fester Teil unseres Seins. Sie sind sogar lebenswichtig.

​Unsere Emotionen sind der Antrieb für alles, was wir tun.

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Unsere Emotionen sind der Antrieb für alles, was wir tun.

Wir werden nur dann aktiv, wenn wir uns besser oder zumindest weniger schlecht fühlen wollen.

Jedes Ziel, das wir uns setzen, hat den Zweck, dass wir uns danach anders fühlen:

  • Geliebt
  • Beachtet
  • Wertgeschätzt
  • Reich
  • Wichtig
  • Anerkannt
  • Besonders
  • Teil von etwas

Und das ist nur der Anfang.

Das Wunsch-Gefühl spornt uns an.

Gefühle sind weder gut noch schlecht

Wäre es denn dann nicht möglich, dass wir uns nur auf gute Gefühle konzentrieren?
Was wäre, wenn wir uns nur gut und nicht schlecht fühlen würden?

Nun, es gibt Gefühle, die uns wirklich nicht weiterbringen. Das sind zügellose Gefühle wie zum Beispiel verwirrt, überfordert und ​besorgt sein.
Diese Gefühle lassen uns auf der Stelle treten.

Doch bei allen anderen Gefühlen ist es nicht eindeutig, dass sie gut oder schlecht sind.
Mitgefühl kann einen passiv werden lassen.
Wut kann dazu führen, dass wir anderen zur Seite stehen.

Es gibt kaum eine Emotion, die wir nicht zu unserem Nutzen verwenden können. Es gibt kaum eine Emotion, die uns nicht hilft.

Gefühle erfordern Mut

Es gehört Mut dazu, Emotionen zu fühlen.
Es gehört Mut dazu, uns all unseren Gefühlen zu stellen.

Die meisten Emotionen, die uns voranbringen, fühlen sich alles andere als gut an.

Nimm nur mal Mut. Mutig sein hat nichts Heroisches. In schwierigen Situation schlottern einem die Knie. Die Stimme versagt. Man will lieber wo ganz anders sein. Und doch. Wir nehmen unseren Mut zusammen und tun, was wir tun wollten.

Später mag sich das toll anfühlen. In Erzählungen klingt es großartig. Doch in dem Moment ist Mut eine Überwindung.
Wer fühlt denn schon freiwillig emotionale Schmerzen?

Tatsächlich jeder, der wachsen will. Jeder, der heil auf der anderen Seite rauskommen möchte. Gestärkt.

Daher ist es wichtig, dass wir lernen, wie wir Gefühle zulassen. Wir dürfen lernen, wie wir Emotionen erlauben.

Gefühle zulassen: Der Gedanke legt den Grund für die Tat. Helmuth von Moltke • Design by Astrid von Weittenhiller

​​​Der Gedanke ist zwar die Basis für eine Tat, doch ohne Gefühl fehlt der Antrieb.

​Fühlen macht es leichter

Nochmal, keine der Reaktionen in der Geschichte ist wirklich „schlimm“. Sie sind vor allem menschlich.

Die meisten von uns können oder wollen sich nicht ständig den Gefühlen stellen.

Zum einen haben viele nicht gelernt, wie es geht.
Zum anderen braucht es Verständnis und Mitgefühl für uns, wenn wir anders mit Emotionen umgehen wollen.

Mit Übung und Geduld lernen wir wie wir handlungsfähig bleiben.

Wenn wir erst einmal gemeistert haben wie wir Gefühle zulassen, verlieren sie ihren Schrecken.

Selbst das schlimmste Gefühl ist erträglich, wenn wir es zulassen können. 

Meistens unterdrücken wir unsere Emotionen und machen sie erst damit zum Problem.
Ein Gefühl ist nur eine Vibration in unserem Körper. Wenn wir das wissen, ist es nur noch halb so schlimm.
Wir können fühlen, was in uns passiert, UND tun, was immer wir tun wollen.

Der erste Schritt ist, dass wir sie wirklich spüren wollen.

Wenn ich zum Beispiel wütend bin, schaue ich in meinen Körper. Wo sitzt diese Wut? Wie sieht sie aus? Hat sie eine Form, eine Farbe, eine Textur?

Und ​nun sage ich mir immer wieder: Ich spüre Wut.

Damit brauche ich mich nicht wütend verhalten. Ich brauche mich nicht vollstopfen. Ich brauche mich nicht künstlich ablenken.

In 5 Minuten unerwünschte Gefühle verändern

Kennst du schon mein Video:
In 5 Minuten Emotionen verwandeln

Du lernst, wie du Schritt für Schritt selbst heftige Gefühle spüren und verändern kannst.

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​Wann wird es denn jetzt besser?

An diesem Punkt bekomme ich immer wieder eine Frage gestellt:
Wie lange dauert es, bis ich meine Gefühle beherrsche?

Nun, Gefühle zulassen kann man schnell lernen. Theoretisch weißt du schon nach dem Video oder einer Coaching-Session wie das geht.
Aber ich kann dir noch nicht sagen, wann du es wirklich beherrschst.

Einen Teil meiner Gefühle manage ich schon richtig gut. An anderen arbeite ich noch. Ich darf immer wieder darauf achten, sie nicht zu vermeiden, zu unterdrücken oder sie auszuleben.

Vielleicht dauert es ein Leben lang. Das macht aber nichts. Denn schon nach ganz kurzer Zeit stört es nicht mehr. Nach kurzer Zeit können wir sie zulassen. Dann dürfen sie einfach da sein.

Wenn es doch mal schwierig wird, denke daran, Gefühle sind nichts für Weichlinge.
Und du gehörst zu denen, die ihre Gefühle zulassen können.

​✦  LiFEcatcher | Dein Leben - Dein Abenteuer  ✦

​Über Astrid von Weittenhiller

Astrid arbeitet online als Life-Coach. Dabei zeigt sie Frauen, die ihren Mutter-Wunsch aufgeben, wie sie ihre Beziehung zu sich und anderen verbessern. So finden sie inneren Frieden und erschaffen sich ein erfülltes Leben. Privat findest du Astrid oft draußen beim Wandern, Trekking oder Spazieren.

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