Woran du erkennst, ob du in der falschen Umgebung feststeckst

In der falschen Umgebung: Man darf die Mehrheit nicht mit der Wahrheit verwechseln. Heidi Weibel • Design by Astrid von Weittenhiller

Hast du bisher gedacht, deine Unzufriedenheit liegt nur an dir? Dann wird es Zeit, dass du dich mal umschaust. Du könntest auch in der falschen Umgebung feststecken.

Geschafft kommst du am Abend nach Hause. Das war wieder ein Tag. Noch 57 Mal schlafen bis du endlich wieder deine Sachen packen und losziehen kannst.

Alle sagen dir, dass du ein tolles Leben führst. Doch du bist jeden Tag frustriert.

Du tust, was du kannst. Aber scheinbar reicht das nicht. Du wirst nicht zufrieden.
Irgendwas machst du wohl falsch.

Vielleicht ist das so. Aber vielleicht bist du nur in der falschen Umgebung.

Eine besondere Reise

Neulich hielt eine Yoga-Lehrerin einen interessanten Vortrag über ihre Reise. Sie machte in einem exotischen Land eine Tour und berichtete von ihren Erlebnissen.

Es war ein Treffen von Abenteuerinnen und wir waren alle sehr gespannt auf die Wanderung, von der sie erzählen wollte.

Doch dann stellte sich heraus, dass das Wandern nur ein kleiner Aspekt war. Die meiste Zeit wurde die Frau von einem persönlichen Guide durch die Gegend gefahren.

Die ganze Tour war völlig durchorganisiert. Die Ausflüge, die Pensionen, die Vollverpflegung.

Ein Highlight war wohl die Übernachtung im Zelt. Einer Luxusversion, fest installiert mit Strom und anschließendem Sanitärzelt. Es gab sogar einen Privatkoch.

 

Offensichtlich war es eine tolle Reise. Optimal für die Vortragende.

Sie war begeistert. Sie konnte sich ganz aufs Fotografieren und auf Land und Leute konzentrieren. Ihr wurden die schönsten Flecken gezeigt. Die Einheimischen waren Teil des exotischen Gesamtbilds.
Sie bekam nur die Glanzlichter  präsentiert.

Doch neben mir sah ich ungläubiges Staunen. Das soll ein Abenteuer sein? Es war definitiv keine Wanderung und auch keine Reise nach ihrem Geschmack.

Meiner Sitznachbarin fehlte die Freiheit, das Spontane, der direkte Kontakt zu den Menschen.

Diese Tour hätte sie unter keinen Umständen glücklich gemacht. Für sie wäre es die falsche Umgebung.

Umgebung ist nicht nur räumlich – es sind die gesamten Umstände.

In der falschen Umgebung

Mit Umgebung bezeichne ich hier die gesamten Umstände.

Diese Definition von Umgebung erscheint zunächst etwas ungewöhnlich. Lass es mich erklären.

 

Ich habe in vielen unterschiedlichen Städten gewohnt. Und an manchen Orten fühlte ich mich besser aufgehoben als an anderen. Sie waren mehr meins. Sie entsprachen mehr meinem Naturell.

Dabei beziehe ich mich nicht nur auf die Gegend, die Gebäude oder die Landschaft.

Umgebung ist viel mehr.

 

 

Das Mikroklima

Dein Leben besteht aus vielen unterschiedlichen Bereichen.

Die wichtigsten sind wohl Familie, Freunde, Gesundheit, Arbeit, Finanzen, Freizeit, Spiritualität. Jeder Bereich hat ein Mikroklima.

In diesem Artikel ist das Mikroklima alles, was dein Wohlbefinden beeinflusst.

Und wie findest du jetzt heraus, wie das Mikroklima ist?

Zunächst denke bitte daran, dass jeder anders empfindet. Was für den einen optimal ist, wäre für den anderen völlig daneben.

 

Mach es dir einfach und betrachte einen Lebensbereich nach dem anderen. So fühlst du dich nicht überwältigt.

Wenn wir zum Beispiel in einem Bereich unzufrieden sind, denken wir oft, alles wäre schlecht.
Alles ist doof.

So scheint es wenigstens.

Daher betrachten wir zunächst nicht die gesamte Umgebung, sondern einen Bereich nach dem anderen.

Sind wir in einem Bereich in der falschen Umgebung,
ist es wie wenn ein schlechter Geschmack das ganze Essen verdirbt.

Wie du deine Umgebung einordnen kannst

Du weißt jetzt, was Mikroklima ist und welche Bereiche du betrachten kannst.

Nun geht es um die Themen, die ein Mikroklima beeinflussen.

Dafür hilft dir die folgende Liste.
Sie ist nicht vollständig. Sie soll dir mehr als Anregung dafür dienen, auf was du achten kannst.

Denn das wichtigste ist, dass dir überhaupt klar wird, wie es gerade jetzt bei dir aussieht.

Bitte denken daran, es geht sowohl um die physische Welt als auch um das, was du emotional empfindest.
Es genügt nicht, wenn alles augenscheinlich passt, du dich aber nicht wohl fühlst.

Je mehr Bürger mit Zivilcourage ein Land hat, desto weniger Helden wird es einmal brauchen. – Franca Magnani Tweet mich

 

Lies die Liste durch und lass die Ideen wirken. Sicher fallen dir noch mehr Dinge ein, die dir wichtig sind. Vielleicht machst du dir Notizen dazu.

Kultur

  • Werte
    Werte sind als gut befundene und erstrebenswerte Merkmale in einem bestimmten Umfeld.
    Welche Werte gibt es. Was ist wichtig. Sind die gemeinsamen Werte allen klar. Wie werden sie verstanden.
  • Umgang miteinander
    Wie werden die Werte gelebt. Welche Prioritäten gibt es. Ist Höflichkeit wichtig. Soll man für andere mitdenken. Was wird stillschweigend erwartet. Was passiert, wenn jemand nicht mitspielt.
  • Unterstützung
    Was für Hilfe wird angeboten. Muss man sich selbst darum bemühen oder wird auf einen geachtet. Was wird erwartet, dass man selbst tut. Was passiert, wenn sich jemand nicht selbst hilft oder andere unterstützen möchte.
  • Allgemeines Verhalten
    Wie werden andere behandelt. Wird getratscht. Wie werden Dinge beigebracht. Wie ist die Sprache untereinander. Was für Freiheiten gibt es – zum Beispiel Meinungsfreiheit, Bewegungsfreiheit, Wahlfreiheit.

Menschen

  • Freunde und Familie
    Bist du gut eingebunden. Kannst du dich entfalten. Wirst du gefördert und gefordert. Seht ihr euch so oft, wie du möchtest.
  • Kollegen
    Kannst du so sein, wie du bist. Fühlst du dich sicher. Wird deine Kompetenz geschätzt.
  • Bekannte
    Hast du Freunde und Bekannte, die dir gut tun. Kannst du dich austauschen. Erlaubt dir deine Umgebung genügend Wachstum.

Umstände

  • Sprache
    Magst du die Sprache. Magst du den Dialekt. Sprache beeinflusst das Denken – kommst du damit klar. Fällt es dir leicht, dich so auszudrücken, dass du verstanden wirst. Und verstehst du, was man dir sagen möchte. Was ist mit Fachausdrücken.
  • Klima
    Tut dir das Wetter gut. Ist die Luft deiner Gesundheit förderlich. Bekommst du genügend Ruhe. Ist es hell oder dunkel genug.
  • Landschaft
    Hast du in der Nähe, was du brauchst. Zum Beispiel Seen, Berge, Meer, Strand. Aber auch Ärzte, Möglichkeiten zur Weiterbildung, Kulturelles (Kino, Theater, Konzerte).
    Kannst du deine Hobbies ausüben.
  • Innen
    Entsprechen die Räume deinen Vorstellungen. Stimmt die Ausstattung. Gefällt dir das Design. Hast du, was du möchtest an Technik, Luxus, Freiraum. Fühlst du dich sicher und geborgen.
  • Herausforderungen
    Kannst du deine Träume, Wünsche, Hoffnungen ausleben.
    Bekommst du die richtige Menge an Abwechslung – nicht zu viel und nicht zu wenig.
    Wofür bist du dankbar und was fehlt.

 

Wenn du die Liste einmal kurz durchgelesen hast, gehe ins Detail.

Nimm die wichtigen Lebensbereiche und notiere dir deine Gedanken dazu. Finde damit heraus, wie das Mikroklima in jedem einzelnen Teil für dich ist.

Das Ziel ist, dass du herausfindest, woher genau deine Unzufriedenheit stammt.

 

Es geht um deine Kriterien

Gibt es einen oder mehrere Bereiche, wo für dich die Umgebung nicht passt?

Nochmal:

Es geht um DEIN Wohlbefinden und daher um das, was DU brauchst.

Lass dich bitte nicht verunsichern, was andere sagen.

Für sie gelten andere Kriterien. Sie haben eigenen Werte und Vorstellungen, wie ihre Welt sein soll. Gute Ratschläge funktionieren da nicht.

 

Und es gibt einen weitverbreiteten Satz, den du jetzt sofort und für immer aus deinem Kopf streichen darfst, falls du ihn noch denkst:

Stell dich nicht so an.

Wenn du unglücklich bist, änderst du nichts, indem du die Zähne zusammen beißt. Das ist, wie wenn du ein Pflaster auf eine eitrige Wunde klebst. Drunter schwelt es weiter.

Besser ist, du findest heraus, was dich wirklich stört. Und änderst das.

Je mehr Bürger mit Zivilcourage ein Land hat, desto weniger Helden wird es einmal brauchen.
– Franca Magnani –

Kleine Anpassungen oder ein großer Schritt?

Manchmal haben wir uns schon lange in einer Umgebung aufgehalten, die uns nicht gut tut. Das kann dazu führen, dass wir alles übern Haufen werfen wollen.

Bei manchen gipfelt das in einer handfesten Krise. Und schließlich wird auf einen Rutsch das komplette Leben umgekrempelt.

 

Doch Achtung, alles auf einmal muss nicht der beste Weg für dich sein.

 

Veränderung ist manchmal befreiend. Doch manchmal ist sie auch schmerzhaft.

In einer Art Aufräumwahn wird oft auch das beseitigt, was uns bisher gut gefallen hat. Umstände, die uns Halt und Kraft geben.

In manchen Situationen geht es nicht anders. Da muss reiner Tisch gemacht werden.

Doch in vielen Situationen genügt es schon, wenn wir nur ein paar wichtige Veränderungen vornehmen. Wir können Teile korrigieren und uns so aus der falschen Umgebung befreien.

 

Die Grundlage für deine Exit-Strategie findest du durch einen Blick auf das Mikroklima in den Lebensbereichen.

Und falls du alleine nicht weiter kommst, ein Life-Coach wie ich oder ein Freund, der ehrlich mit dir ist, kann dir helfen.


Wenn du mit deinem Leben nicht zufrieden bist, liegt es nicht immer an dir. Manchmal steckst du nur in der falschen Umgebung fest.

Über die einzelnen Lebensbereiche und das jeweilige Mikroklima erkennst du, ob du in der richtigen Umgebung bist. In einer Umgebung, in der du dich entfalten und wachsen kannst.

> Stelle fest, was du willst und was dir gut tut.

> Wenn du das weißt, prüfe, ob du in der richtigen oder falschen Umgebung steckst.

> Damit erkennst du, in welchem Bereich deine Unzufriedenheit entsteht.

> Du bemerkst, was nicht stimmt.

> Und schließlich kannst du entscheiden, ob, was und wie viel du ändern möchtest.

 

Genügt es, ein Mikroklima neu zu gestalten?
Oder wird es Zeit für einen Neubeginn?


Übrigens, für mich war der Vortrag eine wichtige Erfahrung.

Mir wurde klar, dass mir die Reise als Wander- oder Abenteuerurlaub keinen Spaß gemacht hätte. Für mich ist das eher eine Bildungsreise.

Doch ohne den Vortrag und vor allem, ohne meine kritische Nachbarin, würde ich nicht bewusst über meine Kriterien nachdenken.

Womöglich wäre ich dann mal im Urlaub in der falschen Umgebung gelandet.

 

Jetzt bist du dran:

Was für neue Erkenntnisse hat dir der Artikel gebracht? Was möchtest du gerne mit uns teilen?
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Astrid von Weittenhiller
Life-Coach für AbenteuerInnen

 

 

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