Warum bei Problemen die Fakten wichtig sind

Fakten erkennen: Nichts ist trügerischer als eine offenkundige Tatsache. Sir Arthur Conan Doyle • Design by Astrid von Weittenhiller

​Fakten sind Fakten sind Fakten. Theoretisch ja.
Doch nicht alles, was wie eine Tatsache aussieht, ist es auch. Manchmal funken unsere Einstellung, Ideen und Gedanken dazwischen.

​Warum ist es für dich persönlich überhaupt wichtig zu wissen, was Fakt ist und was nicht?

​In der Schule mussten wir in Deutsch mal Zeitungsartikel untersuchen.
Wir sollten markieren, was reine Tatsachen sind und was Meinung ist.
Damit wir erkennen können, wie leicht uns vermeintlichen Fakten beeinflussen.

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​Leider habe ich diese wertvolle Übung nicht auf mein Leben und meine Probleme bezogen.
Das hätte mir viel Stress erspart.
Doch dazu später.

​Der Unterschied zwischen Fakten und Meinung

​Als Blogger und Coach liebe ich es mit Worten zu spielen. Ein Maler benutzen Pinsel und Farben, ich nehme Wortbilder, Adjektive, Vergleiche.
Wenn wir das gut machen, wecken wir Emotionen.

Ich schreibe ganz bewusst: Wir wecken Emotionen.
Denn weder Kunst noch Text kann etwas hervorrufen, was nicht schon im Ansatz beim Empfänger vorhanden ist.

Das ist wichtig, wenn wir uns auf die Fakten konzentrieren. Denn hier sollen genau diese Emotionen nicht geweckt werden.

Was an Tatsachen interessant ist

​Warum sollten wir Fakten überhaupt erkennen wollen?

Unser Gehirn sucht die ganze Zeit über nach Bestätigungen.
Das heißt, wenn wir mal was glauben, dann finden wir immer mehr Beweise für diese Meinung.
Und schon sind wir davon überzeugt, dass die Meinung eine Tatsache ist.

Dabei spielt es keine Rolle, ob uns die vermeintliche Tatsache gefällt oder nicht.
Es spielt auch keine Rolle, ob uns das Ergebnis gut tut.
Wir verinnerlichen eine Meinung und denken sie ist wahr.
Dadurch entstehen Glaubenssätze.

Diese menschliche Eigenschaft macht es so wichtig, dass wir bei Problemen Fakten und Meinung trennen.
Denn Tatsachen können wir nicht ändern, unsere Meinung dazu schon.

So verhindern wir, dass wir unnötig gegen die Windmühle der Fakten kämpfen.
Wir können unsere ganze Energie darauf verwenden, um das zu ändern, was wir ändern können.

​Fakten sind Fakten. Wir können sie nicht ändern. Sie sind für uns neutral.

Denke an einen strengen Richter

Fakten sind Dinge, die selbst vor Gericht unanfechtbar sind.

Wenn ich mich auf eine geeichte Waage stelle, dann ist mein Gewicht eine Tatsache.
Ob das viel oder wenig ist, ist eine Meinung.

Tatsachen kann jeder nachprüfen. Sie werden von allen anerkennt.
(Außer vielleicht vom Verschwörungstheoretiker, der sich unter seinem Alu-Hut versteckt. Den lass ich dann mal außen vor.)

Aber alles wie ‘die Tastatur hat einen Nummernblock’, ‘der Fensterputzer hat den Eimer umgeworfen’ oder ‘die Kiste ist grün’ - das sind Tatsachen, die selbst ein strenger Richter akzeptiert.

​Auf was du noch keinen Einfluss hast

​Da es hier um Coaching geht, gibt es noch zwei Bereiche, die wir für uns als Tatsachen festlegen.

1. Die Vergangenheit und
2. das, was andere Menschen tun.

Auf beides haben wir keinen Einfluss. Wir können es nicht ändern.

Das, was schon passiert ist, ist passiert. Es ist ein Teil unseres Lebens geworden.
Achtung, wie wir heute damit umgehen ist ein anderes Thema. Ich spreche jetzt nur vom Geschehenen.

Auch die Aktionen anderer Menschen sind außerhalb unseres Einflussbereichs.

Nehmen wir an, eine Freundin klingelt bei dir durch und sagt, dass sie sich zu eurem Treffen verspäten wird.
Die Fakten: Sie hat angerufen. Und sie war erst nach der vereinbarten Zeit da.
Das sind die Tatsachen, die niemand anzweifeln kann.

Fakten erkennen: Tatsachen muss man kennen, bevor man sie verdrehen kann. Mark Twain • Design by Astrid von Weittenhiller

​Warum Fakten neutral sind

​Weiter oben habe ich behauptet, dass Tatsachen neutral sind.
Doch warum ist das so?

Unter neutral verstehe ich, dass sie weder gut noch schlecht sind.
Erst unsere Gedanken dazu, unsere Bewertung machen sie gut oder schlecht.

​Ein paar Beispiele machen es deutlicher

​Ich gebe dir mal drei Beispiele.

• Das heikle Thema Körpergewicht

​Ich nehme nochmal mein Beispiel von der Waage.
Stell dir vor, jemand steigt drauf und sieht 70kg.
Das sagt erstmal gar nichts. Du weißt nicht, ist es eine Frau oder ein Mann. Wie groß ist sie oder er? Wie hat sich das Gewicht entwickelt?

Für jemanden, der noch vor kurzer Zeit 90kg gewogen hat, ist 70kg ein großer Erfolg. Kommt sie von 65kg ist sie vielleicht frustriert, weil sie zugenommen hat. Außer sie ist schwanger und freut sich, dass das Baby wächst.

70kg ist ein Fakt. Doch was es bedeutet, ist völlig offen.

​• Ohne Begleitung auf einer Party

Ich war früher ziemlich viel auf Tour. In Wien war der Club U4[https://www.u4.at/] so was wie mein zweites Zuhause.
Doch auch sonst bin ich viel ohne Verabredung unterwegs gewesen.

Eine Freundin hat mich mal gefragt, ob ich es nicht doof fände, alleine auszugehen.
Ich schaute sie groß an. Warum alleine? Die Clubs und Lokale waren immer voll.

Was sie meinte war, dass ich dort niemanden kennen würde. Alleine war ich nicht.
(Und nein, es machte mir nichts aus. Ich wollte nur tanzen.)

• Auch Zeit ist ein Fakt

​Jeder von uns hat 168 Stunden - jede Woche. Das ist eine Tatsache.
Es liegt an uns,

  • ​was wir in dieser Zeit tun.
  • wie viele Aufgaben wir in eine Woche quetschen.
  • ob wir uns entspannt, gestresst oder erschöpft fühlen.

Eine Stunde Warten wird zur Geduldsprobe.
Eine Stunde Glück vergeht wie im Flug.

Die Anzahl der Stunden ist eine Tatsache. Wie wir Zeit empfinden, ist etwas ganz Anderes.

​Nicht alles, wovon wir überzeugt sind, sind Fakten. Oft sind es nur liebgewonnene Meinungen.

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​Ein einfacher Trick wie du Fakten nackig machst

​Manchmal erkennen wir ganz leicht, was die Fakten sind.
Doch wenn wir in einem Problem feststecken, fällt es schwerer.
Wie können wir dann die Meinungen erkennen und von den Tatsachen trennen?

In diesem Fall gibt es eine einfache Übung, die dir hilft.

Frage dich:
Was ist das Problem?

Denke gut darüber nach und schreibe alles auf, was dir einfällt.

Mach dir ganz viele Notizen. Schreibe am besten mindestens eine Seite voll.
​✶ Was ist los?
​✶ Was denkst du über das Problem?
✶ Wie beschreibst du es?
✶ Was bedeutet es für dich?

Wenn du damit fertig bist, kannst du deine Notizen durchgehen.
So entdeckst du, was wirklich Fakt ist.

Wenn ich diese Übung mache, bin ich immer wieder baff.
Das meiste, was ich schreibe, sind Frust, Gefühle und Meinungen.
Es bleiben oft nur zwei, drei Zeilen übrig, die wirklich Tatsachen sind.

Einmal habe ich mich über einen Nachbarn aufgeregt. Ich war so sauer und genervt.
Doch was waren die Tatsachen?
Der Nachbar hat mit mir gesprochen.
Mehr nicht.

Fakten erkennen: Pessimisten fürchten den Wind. Optimisten hoffen, dass er sich dreht. Realisten richten ihre Segel aus. • Design by Astrid von Weittenhiller

Resümee

​Ich wünschte, mir hätte schon viel früher jemand den Unterschied zwischen Fakten und Meinung erklärt.

Dann hätte ich mich nicht so oft und lange über Dinge aufgeregt, die ich nicht ändern kann.
Und vor allem hätte ich schneller die Dinge geändert, die ich für Tatsachen hielt.

Aber besser spät als nie…

Damit du den Unterschied leichter erkennst, hier nochmal die wichtigsten Punkte.

  • ​Fakten sind Tatsachen, die niemand anzweifelt, die vergangen sind, oder die andere Menschen betreffen (und damit außerhalb deines Einflusses liegen).
  • ​Sobald sich Emotionen, Bewertungen oder Meinungen einschleichen, sind es keine Fakten mehr.
  • ​Fakten sind neutral. Sie sind weder gut noch schlecht. Und sie tun uns nicht weh.

​Fakten kann man nicht ändern.
Deine Gedanken und Gefühle dazu sind optional.


​Du hast jetzt eine wichtige Grundlage kennengelernt, wenn du dich einmal selbst coachen möchtest.
Du weißt jetzt, wie du klar erkennst, was die Fakten eines Problems sind.

Das nächste Mal, wenn du mit einer Schwierigkeit zu kämpfen hast, achte bitte auf die Tatsachen.
Die Fakten sind die Basis. Sie sind neutral.
Erst deine Gedanken, deine Bewertung dazu machen daraus ein Problem.

Jetzt bist du dran:

  • ​Was ist deine größte Erkenntnis über Fakten?

​Bitte schreibe einen Kommentar und lass uns daran teilhaben.

 
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Astrid von Weittenhiller
Life-Coach für AbenteuerInnen

 

 

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