Heute trennt sich die Spreu vom Weizen. Heute zeigt sich, was du im tiefsten Inneren von dir denkst. Denn es geht darum, wie du über dich erzählst. Und dabei spielt es keine Rolle, ob du gut reden kannst oder nicht.

Findest du dich langweilig?

Ich dachte immer, ich sei ein introvertierter Mensch. Inzwischen haben mich die 1.000 Argumente vom Gegenteil überzeugt, die mir dauernd um die Ohren geworfen wurden.

Ich liebe Geschichten! Doch ich höre lieber zu, als dass ich von mir selbst erzähle. Denn: Ich halte mich selbst und mein Leben für eher langweilig. In meinem tiefsten Inneren denke ich, dass das alles doch keinen interessiert.

Vielleicht hast du mitbekommen, wie lange ich für meine „Über mich“-Seite gebraucht habe. Ich wusste einfach nicht, was ich erzählen soll. Was interessiert jemand an mir? Ist mein Leben für andere auch nur irgendwie spannend? Konnte ich mir kaum vorstellen.

Und doch… Immer wieder meint meine Mutter verwundert, was ich schon alles erlebt hätte; darüber könne ich wirklich ein Buch schreiben. Und auch nach dem Liebster-Award und bei anderen Kommentaren stelle ich fest, dass sich meine Leser für mich interessieren.

Denn so sind wir Menschen gestrickt. Wir interessieren uns für andere. Wir finden es spannend, was andere Menschen tun. Das ist Teil unserer sozialen Kultur.
Inzwischen hat man die Spiegelneuronen entdeckt. Sie befähigen uns, nur durch Zuschauen zu lernen. Scheinbar können wir gar nicht anders, als neugierig zu schauen, was so passiert.

Jeder ist aufregend.

Doch offensichtlich bekommen nicht alle das gleiche Interesse. Schon auf dem Schulhof gab es die Stars und die Außenseiter. Sally Hogshead schreibt in ihrem Buch „How the world sees you“, dass jeder Mensch interessant und aufregend ist. Wir lernen nur sehr früh, langweilig zu sein. Sie sagt, dass wir das Langweilig sein wieder verlernen sollen und uns auf unsere natürliche Ausdrucksweise beziehen.

Ich finde das Thema sehr spannend. Und Sally spricht mir aus der Seele. Denn ich bin davon überzeugt, dass kein Mensch langweilig ist. Wir haben oft nur unsere Begeisterung verloren.
Besonders, wenn wir irgendwann selbst davon überzeugt sind, dass wir keine Aufmerksamkeit verdienen.

Ich mag meine Bücher nicht. Sie enthalten nichts Neues für mich, andere dagegen sind manchmal voll netter Überraschungen.
(Alberto Moravia (1907-90), ital. Schriftsteller)

Geht es dir auch so? Denkst du, dass was du weißt, ist nichts Besonderes. Diese Erfahrungen hat ja wohl schon jeder so oder so ähnlich gemacht?

Ich verrate dir ein Geheimnis: Im Grunde gibt es nichts Neues!

Alles hat schon mal jemand gedacht, gesagt, getan. Wenn wir uns darauf konzentrieren, können wir einpacken und das restliche Leben im Bett verbringen. Und selbst das haben schon andere vor uns erledigt.

Das einzige, was wirklich einen Unterschied macht, bist du und deine Art, Dinge zu denken, sagen und tun. Auf diese Art und Weise gab es das nämlich noch nicht. Die Unterschiede mögen subtil sein. Aber sie sind da und warten nur auf deine Beachtung!

 

Es gibt viele Arten eine Geschichte zu erzählen.

Falls du bisher gedacht hast, deine Geschichten sind langweilig, hast du sie vermutlich auch so erzählt. Dann schaltet der ganze Körper auf Abwehr oder strahlt Unsicherheit und ein Gefühl von Urgh aus.

Wer nicht will, hat schon?
Nein, ganz im Gegenteil. Je mehr du möchtest, desto mehr Stress entsteht. Das Ergebnis wird dadurch eher schlechter. Daher ist es so wichtig, zu üben. Zuhause und mit Fremden, die dir nicht wichtig sind.

Wie hast du bisher über dein Leben erzählt?

Oft wissen wir gar nicht, wie wir auf andere wirken. Unser Bild passt oft nicht mit dem überein, was andere von uns denken. Daher ist es immer eine gute Idee, gute Freunde zu fragen.

Wenn du ganz mutig bist, kannst du auch aufnehmen, wie du eine Geschichte erzählst und es dir später anhören. Das, was du mit Abstand erlebst, erleben auch deine Gesprächspartner. Wenn du mit der Erzählweise zufrieden bist und du den Eindruck hast, du wärst langweilig, bist du vielleicht mit den falschen Leuten unterwegs.

Aber wenn du denkst, das ist ja wirklich nicht so gut, dann kannst du etwas daran ändern. Überlege dir, wie du wirken möchtest. Was passt besser zu dir? Welche Facette deiner Persönlichkeit möchtest du strahlen lassen? Und dann erzähle deine Geschichte auf diese Art.

Überlege dir neue Erzählarten.

Wenn du dich in einem Buchladen umsiehst, findest du ganz schnell eine Vielzahl von unterschiedlichen Abteilungen. Das kannst du für deine nächste Geschichte nutzen.

Versuche mal eine ganz alltägliche Begebenheit anders zu erzählen. Nimm zum Beispiel die Anreise zu deinem letzten Urlaub. Wie könnte das unterschiedlich erzählt werden? Achtung, ich übertreibe jetzt, damit du besser die Unterschiede erkennst. Zu Übungszwecken ist das eine gute Maßnahme.

  • Als Liebesgeschichte

Schon als ich ins Auto stieg, wusste ich, dass dieser Urlaub anders werden würde. Ich spürte, dass ich meine große Liebe treffen würde. Voller Hoffnung und Zuversicht machte ich mich auf den Weg ins Glück. Ich konnte es kaum erwarten, endlich am Ziel meiner Träume zu sein. Doch dann – ein Stau! Wie sollte ich das nur überstehen? Meine Gedanken kreisten unaufhörlich nur um eines: Was, wenn ich jetzt meine Liebe verpasse? Doch es gab auch Hoffnung. Zwei Autos hatten sich auf der Straße geküsst.
Das war ein Zeichen…

  • Als Abenteuerroman

Ich hatte bereits am Vorabend alles fertig gepackt. Dann im Morgengrauen ging es los. Natürlich hatte ich die beste Route bereits auskundschaftet. Ich überließ nichts dem Zufall. Wasser, Proviant, Decken und selbstverständlich mein Überlebensset waren griffbereit verstaut. Man weiß ja nie, was passiert. Ich kam gut voran. Doch dann – ein Stau! Hatte mich mein getreuer Routenplaner verraten? Nein, ich hatte Glück. Schon nach wenigen Minuten war ich an der Unfallstelle vorbei. Zwei Autos lagen ineinander verkeilt am Straßenrand. Mit meiner Ausrüstung hätte ich sicher die Fahrer retten können. Doch sie standen unversehrt neben ihren Fahrzeugen.
Das nächste Mal dann…

  • Als Sachbuch

Am Vorabend war ich bereits um 21 Uhr zu Bett gegangen, damit ich gut ausgeschlafen losfahren konnte. Um 5 Uhr klingelte mein Wecker. 15 Minuten später war ich bereits gewaschen und angezogen. Nach den letzten Handgriffen, stieg ich in meinen Wagen und fuhr los. Ich bin direkt auf die Autobahn gefahren. 382 km lagen noch vor mir. Bis Kassel bin ich gut durchgekommen. Doch dann – ein Stau! Mein Navi sagte mir, dass mich das 25 Minuten kosten würde. Ich richtete mich also auf eine längere Fahrt ein. Natürlich war ich vorbereitet. So konnte ich die Zeit nutzen.
Ich schenkte mir einen grünen Tee aus meiner Thermoskanne ein…


 

Probiere es aus! Finde heraus, welche Erzählweise zu dir und deinen Geschichten passt. Experimentiere und habe Spaß daran.

Das ist nämlich der Schlüssel. Wenn du selbst Spaß an deiner Erzählung hast, dann überträgst du das. Natürlich kann es sein, dass deine Art von Humor, dein Geschmack sich von dem deiner Zuhörer unterscheidet. Vielleicht ist deine Geschichte noch immer nicht der Reißer. Aber es ist auf keinen Fall langweilig.

Humor hilft ?

Hast du schon mal bewusst mit deiner Erzählweise experimentiert? Oder findest du dich sowieso interessant und verstehst gar nicht, was ich meine?
Was hältst du von der Idee?
Teile deine Erfahrungen mit uns und schreibe bitte einen Kommentar!

 

 
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Astrid von Weittenhiller
Life-Coach für AbenteuerInnen

 

 

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Über Astrid von Weittenhiller

Astrid arbeitet online als Life-Coach. Dabei zeigt sie Frauen, die ihren Mutter-Wunsch aufgeben, wie sie ihre Beziehung zu sich und anderen verbessern. So finden sie inneren Frieden und erschaffen sich ein erfülltes Leben. Privat findest du Astrid oft draußen beim Wandern, Trekking oder Spazieren.

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  • Liebe Astrid,

    ein toller Text und so schön erzählt! Und du hast ja so recht. Ich erlebe das oft, dass ich meine, gerade nichts Aufregendes zu erzählen zu haben, oder eine Freundin sagt, es gibt nichts Neues in ihrem Leben. Alles wie gehabt! Dabei können auch kleine Erlebnisse ihren Charme haben.
    Außerdem ist mir irgendwann bewusst geworden, dass ich eher das erzähle, was gerade nicht so gut funktioniert in meinem Leben. Während manche Leute – mir scheint, es sind eher Männer – eher über ihre Erfolge sprechen. Ich habe mir vorgenommen, da mehr darauf zu achten, wie ich mich darstelle. Ich glaube, wie wir über uns selbst sprechen und wieviel Raum wir uns nehmen, beeinflusst stark unser Selbstgefühl. Danke für deinen Anstoß.

    • Liebe Karin,
      das ist ein guter Hinweis, wie manche beeindruckend über ihre Erfolge erzählen und andere – die auch erfolgreich sind – es bleiben lassen. Ein schöner zusätzlicher Aspekt.
      Denn wir können den größten Erfolg kleinreden, selbst wenn wir davon erzählen. Ich denke auch, dass es wichtig ist, sich selbst in seiner Darstellung und seinen Erzählungen den verdienten Raum zu geben.
      Herzliche Grüße aus Hamburg -Astrid

  • Liebe Astrid,

    Mir gefällt die Idee der unterschiedlichen Erzählweisen. Und ich habe für mich festgestellt, dass ich unterschiedliche Erzählarten habe: Es gibt scheinbar tolle Dinge, die ich relativ gleichmütig von mir berichten kann, und dann wieder Sachen, bei denen ich Feuer im Blick habe und meine Augen funkeln. Dieses Funkeln und Strahlen ist ein recht gutes Mittel um zu überprüfen, was mir selbst etwas in meinem Leben bedeutet. Und es reißt andere mit! 🙂

    Liebe Grüße
    Barbara

    • Liebe Barbara,
      das würde ich sehr gerne erleben, wenn du mit Feuer und Flamme von etwas von dir erzählst. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass du damit alle begeisterst!
      Mit deiner Ergänzung hast du wieder einmal meinem Text einen weiteren spannenden Aspekt hinzugefügt. Vielen Dank dafür.
      Liebe Grüße -Astrid

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