Wenn du scheinbar erfolgreich bist und deine Ziele erreichst – und dich trotzdem unzufrieden fühlst, dann verfolgst du womöglich eine falsche Strategie. Beginne doch mal mit dem Ende im Sinn – doch anders als du jetzt vielleicht denkst.
Heute geht es darum, Ziele neu zu definieren.

 

Was soll hinten dabei rauskommen?

Vielleicht geht es dir wie Natascha. Sie ist ständig super beschäftigt. Wenn sie sich verabreden möchte, plant sie das ewig im Voraus. Sie hat so viel um die Ohren, dass mir ganz schwindelig wird.

Lange habe ich nicht verstanden, warum sie sich selbst so viel Stress macht. Vor allem, weil sie immer unzufrieden mit ihren Ergebnissen ist. Dabei stört sie nicht der Output, also die Menge. Die ist unglaublich.

Nur die Resultate sind nicht das, was sie erreichen möchte. Sie bringen sie nicht weiter und machen sie nicht glücklich.

Hast du von Anfang an das Ende im Sinn?

Ein Freund und Kollege hatte bei jedem Projekt eine Frage: „Was soll hinten dabei raus kommen?“

Er wollte von Anfang an wissen:

  • Was möchten wir erreichen?
  • Was müssen wir erreichen?
  • Was für ein Ergebnis wollen wir präsentieren?
  • Was für einen Zweck hat das Projekt auf das Gesamtziel gesehen?

Er fragte konkret danach, was am Ende anders sein soll, damit das Projekt als Erfolg zählt.

Diese Haltung habe ich für mich übernommen. Seither überlege ich mir regelmäßig, was bei meinen Aktivitäten raus kommen soll. Nicht nur bei beruflichen Projekten, sondern für mein gesamtes Leben. Ich habe schon von Anfang an das Ende im Sinn.

Ziele neu definieren

Wenn ich – hoffentlich erst in vielen glücklichen Jahren – in meinem Sterbebett liege, auf was für ein Leben möchte ich zurückschauen?

Ein gutes Leben. Klar. Und was heißt das konkret?

Diese Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten. Manche suchen ihr Glück in einem schönen Haus, einer liebevollen Familie, finanzieller Freiheit. Schau dir die Werbung an und du siehst, wovon viele Träume handeln.

Doch was kannst du tun, wenn du noch nicht so weit bist? Wenn du gar nicht weißt, was dich wirklich glücklich machen würde? Wenn dich die allgemeinen Wohlstandbilder nicht restlos begeistern?

Dann ist das Streben nach konkreten Dingen vielleicht nichts für dich. Wenn du keine konkreten Wünsche und Vorstellungen hast, brauchst du einen anderen Ansatz.

Einen Ansatz wie ihn Natascha heute verfolgt.

Wer bestimmt, wie ich mich fühle?

Einmal musste ich meine Karte für ein Festival verkaufen. Ich hatte sie schon seit fast einem Jahr und freute mich wahnsinnig auf das Event. Doch dann kam alles anders. Ich konnte nicht dabei sein und musste die Karte weitergeben. So kurz davor war das gar nicht so einfach.

Doch tatsächlich. Über die Wunder des WorldWideWeb fand ich einen Käufer. Er war gerade auf dem Weg zum Festival-Gelände und wollte die Karte haben. Wir vereinbarten einen gut gelegenen Treffpunkt. Er sagte mir zu, dass er sich etwa 20 Minuten vor dem Eintreffen bei mir meldet.

Ich kannte seine Route und wusste wo er war. So rechnete ich mir aus, dass er in etwa 2 Stunden am vereinbarten Ort sein müsste.

Ich war überglücklich, dass es klappen würde! Mein finanzieller Verlust durch den Verkauf war überschaubar. Ich fühlte mich so unendlich erleichtert.

Mit dem Rad fuhr ich zum Einkaufen. Ich hatte mir überlegt, dass ich danach direkt zum Treffpunkt fahren und sicher nicht lange warten müsste. Gedacht, getan.

Doch es kam anders. Ich wartete und wartete und von meinem Käufer – keine Spur.

Ein Wechselbad der Gefühle

Ich war ärgerlich. Warum hatte ich mir die Telefonnummer nicht geben lassen? Die Nummer im Display war unterdrückt. Bestimmt war das Angebot doch nicht ernst gemeint. Oder er hat was Günstigeres gefunden. Mist, was mache ich jetzt?

Mein Ärger wechselte zu Verzweiflung und Frust.

Ich fuhr wieder nach Hause. Niedergeschlagen. Das Problem war, ich hatte die Karte selbst noch nicht bezahlt und Geld war knapp. Was sollte ich jetzt tun? In den Foren fielen die Preise. Womöglich fände ich gar keinen Interessenten mehr.

Kennst du das Gefühl, wenn eine große Hoffnung platzt?

Das Telefon klingelte. Mein Käufer war dran. Er sagte, er wäre in ca. 20 Minuten da. Mensch, war ich glücklich! Der Deal ging reibungslos und freundlich über die Bühne.

Und natürlich sagte ich nichts von meinen Ängsten…

Ende gut, alles gut?

Eine wichtige Sache ist mir an meiner Geschichte aufgefallen:
Die äußeren Umstände haben sich zu keinem Zeitpunkt verändert.

Doch ich ging durch ein Wechselbad der Gefühle:
Freude, Glück, Ungeduld, Ärger, Verzweiflung, Frust, Angst, Hoffnung, Erleichterung.

Das alles in wenigen Stunden – und alles nur weil in meinem Kopfkino ein schlechter Film lief.

Und was hat das mit dem Sterbebett zu tun?
Ich kann mir als „Ergebnis“ meines Lebens Reichtum und Wohlstand wünschen. Doch das hat nichts damit zu tun, ob es bis dahin ein glückliches Leben war und ich zufrieden mit dem Verlauf bin.

Oder konkret: Das Ergebnis hier war ein erfolgreicher Verkauf. Doch auf die Zeit davor hätte ich gut verzichten können.

Der andere Ansatz

Die entscheidende Frage hier ist:

Wie möchtest du dich auf deinem Weg, während deines Lebens, fühlen?

Der andere Ansatz ist, dass du tatsächlich den Weg als Ziel siehst.
Wenn du dich fragst, was hinten dabei rauskommen soll, darfst du dir zwei Sachen gut überlegen:

  1. Wie definierst du Erfolg?
  2. Wie möchtest du dich an jedem Tag fühlen?

Auch wenn du das Ende im Sinn hast, geht es nicht nur um das Endergebnis. Es geht es um den Weg dorthin. Der Ansatz ist, dass du dich an jedem Tag nach deiner Definition erfolgreich fühlst.

Jeder Tag zählt.

Ich bin mir genau bewusst, wie ich mich fühlen möchte, wenn ich abends in Bett falle. Ich weiß, was für mich „zufrieden“ heißt. Ich will nicht nur ein konkretes Ziel erreichen. Ich möchte es so erreichen, dass ich schon den Weg genießen kann.

Jeder einzelne Tag zählt, wenn ich mich nach meiner Definition „gut“ fühle. Tweet mich

Auch Natascha geht heute anders an ihre Aufgaben ran. Sie setzt inzwischen mehr auf Qualität statt Quantität. Sie muss nicht mehr alles machen. Wichtig ist ihr, dass sie sich schon bei jedem noch so kleinen Projekt richtig fühlt.

Dabei hat es eine Weile gedauert bis sie ihr „richtig“ definiert hatte. Heute kann sie exakt beschreiben, wie sie sich jeden Tag fühlen möchte.

Und das ist ihr neues, großes Ziel.

Wie willst du dich fühlen?

Ich möchte gerne deine Meinung über diesen Ansatz wissen.

Ist für dich der Weg das Ziel? Ist es für dich klar, dass du besonders auf deine Gefühle achtest?

Oder begeistert dich dein Ziel so sehr, dass dann alles andere vergessen ist?

Lass uns in den Kommentaren weiter diskutieren. Mich interessiert, was du denkst.

 

Worauf wartest du noch?

Das Leben ist ein Geschenk. Genieße das Abenteuer und

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PS:

Ich war richtig traurig, dass ich nicht auf dem Festival war. Als es sich dann als Schlammschlacht entpuppt hat – es war ungewöhnlich kalt und regnerisch – war ich doch ganz froh über mein warmes, weiches Bett zuhause.

Denn was du vielleicht noch nicht von mir weißt:
Ich liebe Abenteuer noch mehr, wenn ich nachts gut schlafen kann.


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​Über Astrid von Weittenhiller

Astrid arbeitet online als Life-Coach. Dabei zeigt sie Frauen, die ihren Mutter-Wunsch aufgeben, wie sie ihre Beziehung zu sich und anderen verbessern. So finden sie inneren Frieden und erschaffen sich ein erfülltes Leben. Privat findest du Astrid oft draußen beim Wandern, Trekking oder Spazieren.

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